DIGITS bei Feuchtigkeitsmessgeräten

Viele Feuchtigkeitsmessgeräte zeigen die Einheit DIGITS an. Doch was ist damit genau gemeint? Welche Rückschlüsse lassen sich aus den gemessenen DIGITS ableiten? Wir erklären die Zusammenhänge, zeigen Ihnen mögliche Fehler und geben Ihnen eine Tabelle zur Orientierung an die Hand.

Mit einem Feuchtigkeitsmessgerät wird eine Wand gemessen. Die Werte zeigt es in Digits an.
Thomas Möller

Ein Artikel von

Thomas Möller, Dipl.-Ing. (FH)

zertifizierter Bausachverständiger

www.sv-tm.de

Was sind DIGITS?

Bei vielen Feuchtigkeitsmessgeräten wird der gemessene Wert in DIGITS ausgegeben. Die meisten Geräte habe eine Einteilung von 0-100 Digits. Einige, oft hochpreisige Geräte, haben auch eine Einteilung von 0-200 Digits. Wir haben etliche Geräte getestet und einen Artikel verfasst, der die richtige Vorgehensweise beim Messen beschreibt.

Es handelt sich bei DIGITS um Werte einer Skala, mit der Sie durch Vergleichsmessungen feststellen können, ob eine Wand feucht ist oder nicht. Bei Digits handelt es sich also um Skalenwerte. Es handelt sich bei DIGITS allerdings nicht um Prozent, auch wenn die häufige Einteilung von 0-100 das vermuten lässt. Bei den allermeisten Messungen lassen sich die gemessenen Werte auch nicht in Prozent umrechnen. Für einzelne Baustoffe geben Hersteller gelegentlich Umrechnungstabellen an, jedoch bestehen die meisten Wände aus mehreren Baustoffen wie Putz und Mauerwerk. Eine Umrechnung in Massen-Prozent ist nicht möglich.

Diese Faktoren haben Auswirkungen auf die DIGITS

Nicht nur die Menge des Wassers hat Einfluss auf die Werte. Es ist völlig richtig: Je mehr Wasser in einer Wand vorhanden ist, desto höher der gemessene Wert. Es gibt aber leider noch etliche weitere Einflüsse, die Sie berücksichtigen müssen.

Wie sich die Rohdichte auf das Messergebnis auswirkt

Je dichter ein Baustoff ist, desto mehr DIGITS werden bei der Messung ermittelt. Während Gipskarton selbst bei vielen Schichten maximal 20 DIGITS anzeigt, sind es bei trockenem Stahlbeton um die 50 DIGITS. Da Stahlbeton erheblich dichter ist, werden höhere Werte angezeigt. Auch ist die Abweichung der Feuchtigkeit bei weniger dichten Baustoffen zwischen trocken und feucht größer. Das liegt daran, dass dichte Baustoffe weniger freie Poren haben, in denen sich Wasser sammeln kann.

Salze im Mauerwerk verfälschen die Messung

Häufig zeichnen sich am Mauerwerk im Keller Ausblühungen ab. Diese werden meist durch Salze verursacht. Diese dringen mit dem Wasser aus dem Erdreich in das Mauerwerk ein. Verdunstet das Wasser, bleibt das Salz auf der Oberfläche zurück. Je mehr Salz im Mauerwerk vorhanden ist, desto größer ist der Messwert in Digits.

Metall erhöht die Messwerte

Metall erhöht die gemessenen Werte deutlich. Deswegen muss man beim Messen darauf achten, ob sich im gemessenen Bereich Leitungen oder Metallteile befinden könnten. Dazu gehören z. B. Elektroleitungen und Heizungs- oder Sanitärinstallationen aus Metall. Besonders vorsichtig sollten Sie beim Messen von Trockenbauwänden sein, die eine Metallunterkonstruktion haben. Dadurch können die Werte ebenfalls erhöht werden.

Warum Messwerte in DIGITS hilfreich sind

Mit einem Kugelkopfmessgerät lassen sich sehr schnell viele Messungen durchführen. Diese sind außerdem völlig zerstörungsfrei. Damit kann z. B. eine Wand in einem Raster gemessen werden, woraus sich Rückschlüsse auf den Feuchteverlauf ziehen lassen. Dazu gehört in der Regel etwas Übung und die Kenntnis über die häufigsten Feuchtigkeitsschäden. Haben Sie Fragen und benötigen eine Videoberatung darüber, wie man mit Kugelkopfgeräten misst, können Sie den Autor für ein unverbindliches Angebot kontaktieren.

Tipp: Wenn Sie wissen möchten, wie man richtig misst, dann lesen Sie unseren Artikel „Feuchtigkeit in der Wand richtig messen“. Oder suchen Sie ein passendes Messgerät? Dann kann Ihnen unser großer Feuchtigkeitsmessgeräte-Test helfen.

Die BauMigo-Tabelle mit Feuchtigkeitswerten in Digits

Die nachfolgende Tabelle generiert sich aus den gängigsten Kugelkopfmessgeräten mit einem Messbereich von 0-100 Digits, die wir in unserem Feuchtichkeitsmessgeräte-Test ermittelt haben. Daraus ergeben sich die „von-bis-Werte“. Vergleichen Sie diese nur mit Messgeräten, die ebenfalls dielektrisch im Wertebereich von 0-100 DIGITS messen. Die Werte „trocken“ beziehen sich auf eine mehrwöchige Lagerung in normaler Wohnumgebung, bei ca. 20°C und 50 % Luftfeuchtigkeit mit den üblichen Schwankungen. Der Wert „nass“ resultiert aus einer 30-minütigen Lagerung unter Wasser.

BaustoffGemessene Werte in DIGITS
Beton, trocken46 – 53
Beton, nass60 – 71
Kalksandstein KS-PE, trocken45 – 60
Kalksandstein KS – PE, nass68 – 79
Porenbeton, trocken23 – 28
Porenbeton, nass68 – 100
Ziegel, trocken16 – 23
Ziegel, nass23 – 33
Fliese, trocken10 – 14
Fliese, nass58 – 71
Betonwerkstein, trocken63 – 71
Betonwerkstein, nass76 – 89
Gipskarton, trocken9 – 12
Gipskarton, nass50 – 87

Was nicht in der Tabelle enthalten ist:
Zum einen fehlt der Baustoff Holz. Die meisten Kugelkopfmessgeräte eignen sich nicht für Holz. Hier sollten besser Geräte mit Einstechspitzen verwendet werden – sie messen die Holzfeuchte zuverlässiger.

Zum anderen bestehen Wände aus mehreren Baustoffen. Eine Massivwand ist z. B. innen verputzt, so dass sowohl Gipsputz als auch Mauerwerk Auswirkungen auf die Messung haben. Alle Baustoffkombinationen kann der Test nicht abhandeln.

Thomas Möller