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Risse im Innenputz – beurteilen, vermeiden und beseitigen

Bei Rissen im Innenputz stellt sich häufig die Frage: Was ist ein Mangel und was nicht? Und welche Rissbreiten sind noch innerhalb der Toleranz? Das ist oft gar nicht so einfach zu beantworten, denn Ursachen gibt es viele und die Einstufung als optischer Mangel ist schwierig. Wir zeigen Ihnen, wie Sie vorgehen können.

Ein Riss im Innenputz eines Neubaus - Toleranz?

Die Ursachen für Risse im Innenputz

Die gute Nachricht ist: Bei den Ursachen für Risse im Innenputz muss man nicht lange suchen. Es gibt eigentlich nur zwei Hauptgründe: Zum einen ist es der Putzgrund, zum anderen der Putz und die Ausführung selbst. Allerdings können sich die jeweiligen Ursachen auch überlagern, daraus resultiert dann eine dritte Kategorie, die nicht ganz so leicht zu beurteilen ist.

Ursache 1: Der Putzgrund

Als Putzgrund werden die Flächen bezeichnet, auf die der Putz aufgetragen wird. Darunter fallen z. B. Mauerwerk und Beton. Kommt es im Putzgrund zu Verformungen, z. B. durch Bewegungen im Mauerwerk oder Beton, kann der Innenputz diese nicht aufnehmen und reißt. Ein Riss im Mauerwerk ist dann auch in der Putzfläche sichtbar.

Ein Kerbriss im Innenputz an einer Türzarge, Er ist in der Toleranz.
Ein Kerbriss mit einer Breite von 0,1 mm ist kaum sichtbar und stellt somit auch keinen Mangel dar. Foto: T.MÖLLER

Ursache 2: Putz und Ausführung

Auch durch die Verarbeitung des Innenputzes können Risse entstehen. Darunter fallen Risse durch Schwinden oder Absacken. Aber auch durch Verarbeitungsfehler und eine damit einhergehende mangelhafte Ausführung, sind Risse möglich.

Ursache 3: Überlagernde Ursachen

Der Grund für Rissbildungen ist nicht immer auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Liegen überlagernde Ursachen vor, kann das Rissbild untypisch werden und die Ursachenfindung wird schwierig. Besonders bei der Frage, wer für den Riss verantwortlich ist, können selbst Experten nicht immer eine eindeutige Antwort geben.

Die Beurteilung – welche Normen und Toleranzen gelten?

Für den Innenputz gibt es zwei Normen, die u. a. Auskunft über gültige Toleranzen geben. Das ist zum einen die DIN EN 13914-2 und die DIN 18550-2. Laut beiden Normen gilt: Eine begrenzte Anzahl von Rissen mit einer Breite von bis 0,2 mm ist hinnehmbar. Die Rissbreite von 0,2 mm ist somit ein guter Wert, um einen Toleranzwert festzulegen. Trotzdem wird immer wieder darauf verwiesen, dass im Einzelfall eine Bewertung nötig ist.

Denn Risse werden nach technischem und optischem Wert beurteilt. Der technische Wert beschreibt die Funktionalität, also ob der Putz das macht, was er soll, z. B. für die Luftdichtigkeit sorgen. Der optische Wert beschreibt, vereinfacht ausgedrückt, ob der Putz gut aussieht. Gerade für den optischen Wert ist ausschlaggebend, wo sich der Riss befindet. Ob er im Keller hinter der Waschmaschine auftritt oder im Wohnzimmer neben dem Esstisch, ist natürlich ein großer Unterschied. Die Bewertung eines optischen Mangels bleibt jedoch letztlich subjektiv, auch wenn es Bewertungssysteme gibt.

Der technische Wert ist beim Innenputz ganz anders zu beurteilen als beim Außenputz. Beim Außenputz dient die Oberfläche dazu vor Wind und Wetter zu schützen. Bei Schlagregen kann Feuchtigkeit ins Mauerwerk einziehen. Der Innenputz dagegen ist logischerweise nicht der Witterung ausgesetzt. Trotzdem wird durch den Innenputz die luftdichte Ebene auf dem Mauerwerk hergestellt Dies ist zwar technisch relevant, jedoch wird durch einen Riss nur in den seltensten Fällen bewirkt, dass die Gebäudehülle undicht wird. Außerdem gleicht der Innenputz die Toleranzen im Mauerwerk aus und bildet damit eine ebene Oberfläche. Meistens kann ein Riss im Innenputz bei der nächsten Renovierung überarbeitet werden.


Ist der Putzgrund die Ursache für einen Riss, kann der Innenputz noch so gut ausgeführt sein: Einen deutlichen Riss im Mauerwerk kann er nicht überbrücken. Deswegen sind viele Putzrisse nicht dem ausführenden Putzer zuzuschreiben, sie stellen also keinen Mangel am Innenputz dar. Anders verhält es sich bei Ausführungsfehlern, dann ist der Stuckateur verantwortlich. Das ist unter anderem der Fall, wenn Bewegungsfugen aus dem Putzgrund nicht übernommen wurden oder eine Grundierung bei Beton oder Porenbeton vergessen wurde. Auf die Fehlervermeidung bei der Ausführung gehen wir im Laufe des Artikels noch näher ein.

Wie Sie selbst eine Beurteilung der Risse im Innenputz vornehmen können

Wir geben Ihnen hier eine kurze Anleitung, wie Sie selbst einen Riss einschätzen können. Natürlich handelt es sich dabei lediglich um eine „Vorabeinschätzung“. Für eine richtige Analyse empfehlen wir einen Fachmann.

1. Die Rissbreite und -länge feststellen und dokumentieren

1.1. Es ist entscheidend, die Rissbreite zu kennen, gerade weil Risse im Innenputz bis zu 0,2 mm innerhalb der Toleranz liegen. Dazu benötigen Sie eine Rissbreitenkarte (*). Diese legen Sie an den Riss an und vergleichen die Rissbreite bis sie mit dem vorhandenen Riss übereinstimmt. Davon machen Sie ein Foto.

1.2. Auf einem Foto mit dem gesamten Riss ist wegen der Größenverhältnisse meist wenig zu erkennen. Um den Rissverlauf auf dem Bild zu verdeutlichen, können Sie die Länge des Risses und den Rissverlauf mit Klebemarken markieren.

2. Die Art des Risses definieren

2.1. In der folgenden Grafik sind die häufigsten Rissbilder dargestellt. Daran können Sie bereits abschätzen, ob es sich eher um einen Riss aus dem Putz selbst oder aus dem Putzgrund handelt

Verschiedene Rissbilder beim Innenputz
Anhand des Rissbildes können Sie die Ursache und Bedeutung des Risses abschätzen. Foto: T.MÖLLER

• (1) Kerbrisse: Meistens liegt Spannung im Putzgrund oder im Putz vor. Der Verlauf ist meist diagonal und beginnt in Ecken von Öffnungen (z. B. Fenster oder Türen).

• (2) Sackrisse: Sie entstehen durch zu dick aufgetragenen Putz, zu weiche Konsistenz oder mangelnde Haftung am Putzgrund. Der Verlauf ist „lächelnd“ waagerecht, etwas durchhängend.

• (3) und (5) Fugenriss in der Lagerfuge und in der Stoßfuge (wenn abgetreppt): Die Ursache ist ein Riss im Mauerwerk, der vom Putz nicht aufgenommen werden konnte. Die Risse sind geradlinig oder verlaufen entlang der Mauersteine stufenförmig.

• (4) Schwindrisse: Netzförmige Risse manchmal auch in Y-Form. Meist ist das Putzsystem oder die Verbindung zum Putzgrund nicht korrekt ausgeführt.

• (6) Risse an Materialübergängen: Der Rissverlauf bildet meist den Anschluss unterschiedlicher Materialien ab, wenn z. B. eine Mauerwerkswand an eine Betonstütze anschließt und unterschiedliche Bewegungen auftreten.

2.2. Ist Ihr Rissbild untypisch, kann es sich um Risse aus überlagernden Ursachen handeln. Hier hilft der Rat eines Sachverständigen. Das ist allerdings nur sinnvoll, wenn der Riss sehr breit ist oder sich noch weitet. Bei Rissen, die nicht mehr aktiv sind, können Sie bei der nächsten Renovierung eine Überarbeitung vornehmen.

3. Die optische Beeinträchtigung feststellen

Ist Ihr Riss an exponierter Stelle und im üblichen Betrachtungsabstand zu erkennen? Dann können Sie versuchen, die optische Beeinträchtigung selbst zu beurteilen. Ein exzellentes Hilfsmittel ist in dem Buch „Hinzunehmende Unregelmäßigkeiten bei Gebäuden: Typische Erscheinungsbilder ― Beurteilungskriterien ― Grenzwerte“ (*) (von R. Oswald und R. Abel) zu finden. Die dort enthaltene Bewertungsmatrix enthält zum einen den Grad der optischen Beeinträchtigung, zum anderen das Gewicht des optischen Erscheinungsbildes. Daran kann ermittelt werden, ob der Riss hinnehmbar ist oder nicht. Ist er innerhalb der Toleranz von bis zu 0,2 mm, wird es dennoch sehr schwer, diesen als Mangel zu klassifizieren.

Hierbei geht es nur um die optische, nicht um die technische Bedeutung. Bleiben wir bei einem Riss von 0,3 mm im Keller hinter der Wachmaschine. Ein solcher Riss ist ggf. kaum erkennbar und das Gewicht des optischen Erscheinungsbildes ist unwichtig, daher ist dies eher eine Bagatelle oder zumindest hinnehmbar. Dagegen könnte ein 0,4 mm breiter Riss im Wohnzimmer gut sichtbar sein und im Bereich des sehr wichtigen Erscheinungsbildes liegen, womit er nicht hinnehmbar ist. Damit handelt es sich um einen optischen Mangel und Sie können innerhalb der Gewährleistung eine Nachbesserung verlangen. Wichtig sind auch hierbei die Rissursachen (siehe oben).

Risse im Innenputz beim Neubau

Bei einem Neubau gelten die gleichen oben erwähnten Toleranzen für den Innenputz. Es gibt im Wesentlichen drei verschiedene Varianten, die Sie beauftragt haben könnten: Sie haben 1. in Einzelvergabe gebaut, 2. schlüsselfertig ohne Malerarbeiten beauftragt oder 3. schlüsselfertig mit Malerarbeiten beauftragt. Generell sind Sie nach der Abnahme in der Beweispflicht, dass es sich bei den Rissen um einen Mangel handelt.

Beim Neubau in Einzelvergabe ist die Frage nach der Rissursache von Bedeutung. Falls die Risse Mängel darstellen, müssen diese dem richtigen Gewerk angezeigt werden. Notfalls können Sie mehreren Unternehmern den Mangel anzeigen, bis das richtige Gewerk ermittelt ist.
Wenn Sie bei einem Bauträger, einem Fertighausanbieter oder einer Wohnungsbaugesellschaft gekauft haben, beinhaltete das oft die komplette Leistung, entweder mit oder ohne Malerarbeiten. Hier kann Ihnen die Rissursache erstmal egal sein – Sie haben ja alles beim gleichen Anbieter erworben.

Wenn die Malerarbeiten nicht inklusive waren und Sie diese in Eigenleistung ausgeführt haben, sollten Sie sich über die vereinbarte Beschaffenheit des Putzes informieren. In der Regel ist diese in der Baubeschreibung zu finden. Eine häufige Beschreibung des Innenputzes ist: Oberflächenqualität Q2 – tapezierfähig. Wenn Sie Ihren Innenputz jetzt nur gestrichen haben, wird es schwierig, Ihre Ansprüche geltend zu machen, es sein denn, der Riss ist so massiv, dass auch die Tapete gerissen wäre. Das liegt daran, dass Tapeten zusätzlich rissüberbrückend sind. Wenn dann die Fläche stattdessen nur gestrichen ist, werden viele Haarrisse von 0,1 mm sichtbar. Haben Sie die Flächen tapeziert und ist trotzdem der Putz inklusive Tapete gerissen, dann sollten Sie versuchen einen Gewährleistungsmangel zu melden, damit der Riss behoben wird.

Haben Sie hingegen alles inklusive Malerarbeiten erworben, dann sollten Sie versuchen den Mangel anzuzeigen. Schließlich haben Sie eine intakte Fläche erworben. Bei Rissen innerhalb der Toleranz, also bis zu 0,2 mm, wird das Unternehmen höchstwahrscheinlich keine Nachbesserung übernehmen. Für die Details der Mangelmeldung bei Rissen, die größer als 0,2 mm sind, können Sie die Punkte aus der oben angeführten Dokumentation verwenden, um den technischen Hintergrund zu erklären. Für Mangelmeldungen gibt es zahlreiche Vorlagen im Netz.

Risse in Ecken und Bauteilanschlüssen

Ein Riss am Bauteilanschluss Innenputz und verputzter Trockenbau
Risse in der Anschlussstelle an Bauteilfugen sind nicht zu vermeiden und stellen keinen Mangel dar. Sie können bei den nächsten Malerarbeiten wieder mit Acryl versiegelt werden. Foto: T.MÖLLER

In Ecken von Bauteilanschlüssen sind häufig Risse zu finden, beispielsweise im Dachgeschoss bei den Anschlüssen des Trockenbaus an den Innenputz. Das liegt daran, dass sich die Bauteile unterschiedlich bewegen und ist somit nicht zu vermeiden. Diese Ecken dürfen nicht mit Putz geschlossen werden, sondern es muss eine offene Fuge vorhanden sein, die mit Acryl elastisch versiegelt werden kann. Auch darf keine Tapete über diese Anschlüsse tapeziert werden, denn sie wird reißen. Kommt es während der Nutzung zu Rissen in der Acrylfuge, ist diese einfach zu erneuern. Risse in solchen Anschlüssen sind unvermeidlich und damit nicht zu beanstanden.

Wie Risse im Innenputz vermieden werden können

Da es sehr ärgerlich ist, Risse im Innenputz festzustellen und sich mit Rissbreiten und Toleranzen herumzuschlagen, ist es das Beste, Risse vorab zu minimieren. Und an dieser Stelle schreiben wir bewusst „minimieren“, denn komplett rissfrei zu bauen ist nicht möglich. Das Schwinden und Quillen von Baustoffen, die Setzungen, die im Baugrund erfolgen und vieles mehr führen zu Rissen. Wenn man jedoch einige Aspekte bei der Planung und Ausführung beachtet, werden weniger Risse auftreten. Die nachfolgenden Punkte können Sie auch verwenden, um die Innenputzarbeiten zu überprüfen.

Die richtige Ausführung des Mauerwerks

Wie aus dem Abschnitt über Rissursachen hervorgeht, ist ein gutes Mauerwerk als Putzgrund notwendig, um Risse zu minimieren. Das Mauerwerk muss nach DIN EN 1996-1-1 (Eurocode 6) ausgeführt werden.

Innenputz und Putzstärke

Für die richtige Wahl des Putzes sind die bereits oben erwähnten Normen DIN EN 13914-2 und DIN 18550-2 maßgebend. Innenputz, z. B. als Gipsputz, sollte im Mittel nicht unter 10 mm Dicke ausgeführt werden. An einigen wenigen Punkten darf der Gipsputz dann 5 mm Dicke nicht unterschreiten. Eine gute Möglichkeit ist es, den Innenputz in einer Dicke von 10 -15 mm auszuschreiben und ausführen zu lassen.

Vorbereitung des Putzgrundes

Je nach Putzgrund ist die Saugfähigkeit unterschiedlich. Deswegen müssen einige Putzgründe vorbehandelt werden. Darunter fallen Betonflächen, die eine Haftbrücke benötigen. Auch Mauerwerk aus Porenbeton braucht als Untergrundvorbehandlung eine Aufbrennsperre. Hilfreiche Informationen sind in folgenden beiden kostenlosen PDF des Bundesverbands der Gipsindustrie e. V. zu finden: „Gipsputze und gipshaltige Putze auf Beton“ und „Gipsputz und Untergrundvorbehandlung“.

Dehnungsfugen und Trennschnitte

Raufaser mit Acrylfuge an dem Übergang von Trockenbau auf Putz
Eine korrekt ausgeführte Bauteilfuge am Übergang von einer Innenputzfläche zu einer Trockenbauwand. Foto: T.MÖLLER

Dehnungsfugen aus dem Putzgrund müssen übernommen werden. Fehlen die Dehnungsfugen, kann die unterschiedliche Bewegung aus den Bauteilen nicht übernommen werden und es kommt zu Rissen. Unabhängig davon, wie breit der Riss ist und welche Toleranz gilt, handelt es sich um einen Mangel in der Ausführung. Denn der Riss wird immer wieder auftreten, wenn die Fuge nicht auch in den Innenputz und die Malerarbeiten übernommen wurde. Außerdem sind Trennschnitte oder Kellenschnitte erforderlich. Das sind feine Trennfugen, die mit der Kelle oder dem Glätter gezogen werden. Sie sind z. B. im Übergang von der Wand zur Decke oder in der Wandecke anzuordnen. Damit ist die Rissstelle definiert und zwar in der jeweiligen Ecke, die sich durch Bewegung noch verformen kann. Eine detaillierte Beschreibung ist in dem PDF „Gipsputz – Fugen und Trennschnitte“ des Bundesverbands der Gipsindustrie e. V. zu finden.

Risse im Innenputz ausbessern

Risse sollten Sie beseitigen. Selbst wenn nur eine optische Beeinträchtigung vorliegt, ist es besser den Riss auszubessern als sich ständig darüber zu ärgern. Die Art und Weise wie Sie einen Riss am besten ausbessern, ist abhängig von der Art des Risses.

Putzbedingte Risse ausbessern

Illustration: Ein Riss im Innenputz.
Schritt 1 – Ein Riss ist vorhanden und soll bearbeitet werden. Illustration: BauMigo.de

Putzbedingte Risse lassen sich ganz einfach während der nächsten Renovierung ausbessern. Hierfür verwenden Sie das gleiche Material wie beim Innenputz selbst. Bei einem Gipsputz funktioniert auch herkömmliche Spachtelmasse gut.

Illustration: Ein Riss im Innenputz wurde zur Bearbeitung aufgeweitet.
Schritt 2 – Den Riss aufweiten damit er anschließend fachmännisch bearbeitet werden kann. Illustration: BauMigo.de

Als erstes weiten sie den Riss oberflächennah etwas auf. Das ist notwendig, da putzbedingte Risse häufig nur bis zu 0,2 mm breit sind. In einen so dünnen Riss kann das Material nicht eindringen. Zum Aufweiten verwenden Sie Hammer (*) und Meißel (*) oder einen Trennschleifer (*) .

Illustration: Ein aufgeweiteter Riss im Innenputz wir gesäubert und vorgenässt oder grundiert.
Schritt 3 – Der aufgeweitete Riss wir gesäubert und vorgenässt oder grundiert. Illustration: BauMigo.de

Nachdem Sie den Riss aufgeweitet haben, säubern Sie ihn. Dazu fegen Sie den Riss entweder mit einem Handfeger aus oder saugen ihn mit einem Staubsauger aus. Anschließend nässen Sie den Riss vor oder grundieren ihn. Dadurch haften die Materialien besser aneinander.

Illustration: Der Riss wird mit Innenputz verfüllt.
Schritt 4 – Der Riss wir mit Innenputz komplett verfüllt. Illustration: BauMigo.de

Bringen Sie nun die Spachtelmasse oder den Putz ein. Wenn Ihnen bekannt ist aus welchem Material der Putz ist verwenden Sie das gleiche Material. Im Haus oder der Wohnung wird oft Gipsputz verwendet. Diesen können Sie ebenfalls zur Risssanierung einsetzen. Drücken Sie die Masse ruhig fest in den Riss hinein, damit keine Hohlräume entstehen.

Illustration: Der verfüllte Riss wird geglättet.
Schritt 5 – Die Oberfläche wird nun geglättet. Illustration: BauMigo.de

Mit dem Spachtel ziehen Sie überschüssiges Material glatt ab und glätten anschließend mit einem Schwammbrett (*). Liegen nach dem Trocknen noch Unebenheiten vor, korrigieren Sie diese mit Schleifpapier.

Illustration: Der Riss wurde beseitigt und die Oberfläche wiederhergestellt.
Schritt 6 – Nach dem der Riss beseitigt wurde kann die Oberfläche wiederhergestellt werden. Illustration: BauMigo.de

Jetzt kommt nur noch das Finish. Sie können je nach Wunsch die Oberfläche wieder tapezieren oder streichen. Der Riss ist damit beseitigt.

Was sollten Sie tun, wenn Sie beim Entfernen einer alten Tapete im Putz darunter einen Haarriss von 0,2 mm feststellen? War die alte Tapete zuvor nicht gerissen, brauchen Sie keine Maßnahmen zu treffen. Wahrscheinlich wird die neue Tapete ebenfalls nicht reißen. Wer trotzdem etwas unternehmen möchte, kann den Haarriss mit Acryl überdecken (siehe unten).

Putzgrundbedingte Risse ausbessern

Um Risse im Innenputz auszubessern, die ihre Ursache im Putzgrund haben, muss zuerst die Rissbildung abgeschlossen sein. Hierfür können Sanierungsmaßnahmen im Mauerwerk nötig sein oder es müssen statisch relevante Maßnahmen getroffen werden. Nach einer großflächigen Öffnung können Sie die Stelle normal verputzen und anschließend tapezieren. Es gibt auch Risse, die keine Sanierung erfordern, wie zum Beispiel Risse in der Lagerfuge großformatiger Steine. Solche Risse bessern Sie wie oben dargestellt aus. Da putzgrundbedingte Risse meist etwas breiter sind, entfernen Sie zuvor losen Putz.
Wie Sie Risse im Mauerwerk zuordnen, zeigt Ihnen dieser Artikel .

Risse im Innenputz mit Acryl ausbessern

Manche Risse entstehen an Bauteilübergängen. Wenn mit immer wiederkehrender Bewegung zu rechnen ist, legen Sie am besten eine Fuge aus Acryl (*) an. Den Riss auszubessern macht wenig Sinn, da er immer wieder aufs Neue entstehen wird.

Am häufigsten ist das an Materialübergängen der Fall, zum Beispiel dort, wo Trockenbau an Gipsputz angrenzt. Auch innerhalb einer Wand können Materialübergänge vorhanden sein, die einfach überputzt wurden und immer wieder reißen. Ist beispielsweise eine Mauerwerkswand durch eine Betonstütze unterbrochen, kann das unterschiedliche Materialverhalten zu Rissen führen. Dann ist es am besten den Putz zu „trennen“. Dazu führen Sie am Materialübergang eine Acrylfuge aus. Diese Fuge übernehmen Sie dann auch in die Tapete. Anschließend streichen Sie. Tritt der Riss erneut auf, müssen Sie nur die Fuge tauschen. Ist die Acrylfuge jedoch breit genug, kann sie bereits einiges an Bewegung aufnehmen.

Thomas Möller

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Hinzunehmende Unregelmäßigkeiten bei Gebäuden: Typische Erscheinungsbilder ― Beurteilungskriterien ― Grenzwerte

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