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Tipps für die Auswahl der richtigen Fliesen und deren Verlegung

Modernisieren ist sowohl eine Geschmacks- als auch eine Kostenfrage. Das sieht man nirgendwo so deutlich wie beim Thema Fliesen: Die Auswahl ist riesig –die Preisspanne ebenfalls. Als Hausbesitzer fällt die Entscheidung zu Design und Verlegeart deshalb oft schwer. Wir zeigen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Fliesen- und Verlegearten.

Ein Arbeiter verlegt Bodenfliesen

Die Kosten für neue Fliesen

Wie bei allen Bereichen des Modernisierens und Renovierens, so ist auch die Neuausstattung mit Fliesen zu sehr unterschiedlichen Kosten möglich. Generell ergeben sich die Preise für Wandfliesen, Bodenfliesen, Bad- oder Küchenfliesen aus vielen Faktoren. Einleuchten dürfte z. B., dass eine simple weiße Steingutfliese deutlich günstiger zu haben ist, als eine detailreiche Mosaikfliese. Aber natürlich ist die Mosaikfliese der absolute Hingucker – während sich weiße Fliesen vor allem dadurch auszeichnen, dass man sie im Grunde überhaupt nicht wahrnimmt.

Quadratmeter- vs. Stückpreis

Die Kosten für das Material beim Fliesen werden entweder nach Stück oder nach Quadratmeter angegeben. Das heißt also: Augen auf beim Fliesenkauf, damit man hier nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Beim Quadratmeterpreis reicht die Brandbreite von günstigen 5 € für einfachste Kachelfliesen bis hin zu 100 € oder mehr für elaboriertes Design und ausgefallene Formate.

Kosten für das Verlegen

Was bei der Kostenplanung für die Modernisierung mit neuen Fliesen auch ins Gewicht fällt, ist das Verlegen. Das kann man als ambitionierter Heimwerker natürlich auch selbst in die Hand nehmen. Allerdings sind professionelle Fliesenleger nicht umsonst so gefragt: Denn Fliesenlegen erfordert enorme Präzision und ein extrem ruhiges Händchen. Wer deshalb nicht riskieren möchte, durch Eigenleistung am Ende krumm und schief zu fliesen, der sollte auf professionelle Anbieter setzen.

Diese arbeiten in der Regel entweder nach Quadratmeterpreis oder nach Stundenlohn. Hier ist der Tipp, lieber einen festen Quadratmeterpreis zu vereinbaren. Denn der lässt sich besser planen als die benötigten Arbeitsstunden. Je nach Aufwand unterscheiden sich die Quadratmeterpreise: Stufenfliesen, Fliesen-Bordüren oder elaborierte Musterungen sind z. B. für den Fliesenleger deutlich aufwendiger, als unifarbene Boden- oder Wandfliesen zu verlegen. Die Preise je Quadratmeter liegen in der Regel zwischen 30 und 70 €.

TIPP: Besser einen Quadratmeterpreis als einen Stundenlohn vereinbaren!

Alternativ zu Quadratmeter- oder Stundenpreisen kann man mit dem Handwerker auch einen Pauschalpreis für das Fliesenlegen festmachen. Bitte bei den Preisabsprachen immer darauf achten, dass notwendige Materialien wie Grundierungsmittel, Spachtelmasse, Kleber oder Mörtel sowie Verfugungsmaterialien mit einkalkuliert sind.

Die verschiedenen Fliesenformen und Verlegearten

Fliesenarten

Ein Mann wählt Keramikfliesen aus und die Verkäuferin hilft ihm dabei
Beim Fliesendesign gibt es eine riesige Auswahl – gut, wenn man vorher überlegt hat, was man möchte. © stock.adobe.com / #322126849 / hedgehog94

Fliesenarten werden zum einen unterschieden nach ihrem Bestimmungsort und zum anderen nach ihrem Design. Bodenfliesen, Wandfliesen, Sockelfliesen, Stufenfliesen und Fliesen-Bordüren weisen schon im Namen ganz konkret darauf hin, wo sie verbaut werden möchten. In Sachen Designarten unterscheidet man einfarbige Fliesen, Mosaikfliesen und gemusterte Fliesen. Ebenfalls gut zu wissen: Fliesen werden sowohl glasiert und poliert als auch unglasiert angeboten – also mit unterschiedlicher Oberflächenbehandlung. Das macht sie für unterschiedliche Einsatzfelder geeignet.

In der Produktion werden häufig stranggepresste oder rektifizierte Fliesen hergestellt. Die stranggepressten Fliesen sind eher günstiger, die rektifizierten Fliesen teurer, da sie eine höhere Materialgenauigkeit aufweisen.

Was die Kosten betrifft, so gilt: Je aufwendiger gestaltet, je präziser hergestellt und je außergewöhnlicher das Fliesenformat, desto teurer. Einfache rechteckige Kacheln sind meist deutlich erschwinglicher als Mosaikfliesen in Sonderformaten mit unregelmäßigen Seitenlängen oder speziell auf Treppenstufen zurecht geschnittene Stufenfliesen.

Materialien für Fliesen

Bei der Auswahl neuer Fliesen für die Modernisierung von Bad, Küche oder auch Treppenhaus oder Keller kommt es natürlich auch auf das Material an. Hier ist die Palette riesig – und die diversen Vor- und Nachteile deshalb nicht immer einfach zu durchschauen.

Generell bestehen Fliesen heute aus folgenden Materialien:

  • Steingut
  • Steinzeug
  • Feinsteinzeug
  • Naturstein
  • Terrakotta

Das klingt erstmal alles sehr ähnlich – unterscheidet sich jedoch in den Materialeigenschaften. Und natürlich im Preis.

Fliesen aus Steingut

Steingutfliesen sind für Innenräume gedacht. Da Steingut recht weich und wenig belastbar ist, sollte es nur für Wandfliesen zum Einsatz kommen – und immer glasiert werden. Die Glasur sorgt dafür, dass das Steingut wasserdicht wird. Der besondere Vorteil: Steingutfliesen lassen sich leicht schneiden und benötigen beim Verlegen keinen speziellen Fliesenkleber, sondern lediglich Flexkleber.

Fliesen aus Steinzeug und Feinsteinzeug

Generell werden Steinzeug- und Feinsteinzeugfliesen aus den gleichen Materialien gefertigt wie Steingutfliesen. Allerdings kommen bei Steinzeug und Feinsteinzeug in der Fertigung deutlich höhere Temperaturen zum Einsatz. Das sorgt dafür, dass diese Fliesen härter, dichter und deutlich belastbarer sind als Steingut-Fliesen. Sie sind oftmals sogar frostbeständig und deshalb für alle Einsatzfelder geeignet – drinnen wie draußen. Besonders als Bodenfliesen bringen sie große Vorteile mit. Und sie können sogar unglasiert verwendet werden. Beim Vergleich zeigt sich, dass Fliesen aus Feinsteinzeug sogar noch stabiler als solche aus Steinzeug sind. Sie sind oftmals die Fliesen der Wahl für industrielle oder kommerzielle Einsatzfelder wie Großküchen, Schwimmbäder oder Einkaufszentren.

Naturstein-Fliesen und Terrakotta-Fliesen

Fliesen aus Naturstein wie Granit und Marmor gehören auch heute noch für echte Puristen zur Königsklasse für die Bad- oder Küchenausstattung. Beide Sorten können sowohl für Wandfliesen wie auch Bodenfliesen verwendet werden und sind in Innenräumen wie auch im Außenbereich gut aufgehoben. Sie bestechen vor allem durch ihre Optik – einzigartige natürliche Maserungen, die jede Fliese zum Unikat machen. Vom Preis her sind solche Natursteinfliesen allerdings eher im oberen Segment angesiedelt. Wer also Bad oder Küche mit besonders exklusiven Fliesen ausstatten möchte, kann über diesen Stil nachdenken. Dabei sollte das Material nach der jeweiligen Belastung gewählt werden, denn Granit ist deutlich härter als Marmor.

Deutlich aufwendiger in der Verarbeitung/bei der Verlegung sind übrigens Terrakotta-Fliesen. Sie schaffen ein einzigartiges mediterranes Flair, sind aber vom Material her sehr eigenwillig. Um wasserabweisend zu sein, müssen die porösen Fliesen nach dem Verlegen mit einer speziellen Wachsschicht überzogen werden.

Übrigens: Es gibt auch „Fliesen in Natursteinoptik“. Das sind dann meist Fliesen aus Feinsteinzeug, denen künstlich eine Naturstein-Optik verliehen wurde oder es handelt sich um Betonwerkstein, der Granit nachahmen soll.

Der Faktor Rutschfestigkeit

Bei der Recherche nach neuen Fliesen für die Modernisierung eines Bades, einer Küche oder eines Keller- oder Hobbyraumes stößt man hier und da auch auf das Thema Rutschfestigkeit. Die sogenannten Rutschfestigkeitsklassen geben Auskunft darüber, wie rutschhemmend die Oberfläche der Fliesen ist. Wichtig zu wissen: Je höher die Rutschfestigkeitsklasse, desto schwieriger die Reinigung, aber um so besser die Haftung, besonders barfuß bei Nässe.

Für private Hausbesitzer empfiehlt sich der Einkauf von Fliesen mit einer speziellen Rutschfestigkeitsklasse deshalb eigentlich nur für das Fliesen von Bereichen wie die geflieste Dusche, die Sauna oder der Swimmingpool – eben überall dort, wo es durch viel Feuchtigkeit schnell gefährlich rutschig werden kann. Die Rutschfestigkeitsklassen der Fliesen für solche Nassbereiche reichen von A bis C und sind bei den Spezifikationen der einzelnen Fliesen mit angegeben. Für industrielle Fliesenböden gibt es darüber hinaus auch Rutschfestigkeitsklassen von R 9 bis R 13.

Verlegearten für Fliesen

Keramische Fliesen in Holzoptik werden am Boden verlegt
Mit dem richtigen Verlegemuster lassen sich die Vorteile eines Raums betonen und die Nachteile kaschieren. © stock.adobe.com / #183927273 / Philippe

Mit Fliesen einen Raum individuell zu gestalten, gelingt jedoch nicht nur über die Auswahl von Materialien und Designs. Auch die Verlegeart spielt eine entscheidende Rolle dafür, wie der Boden- und Wandbelag den Raum am Ende wirken lässt. Es gibt verschiedene Arten von Verlegemustern, unter denen man wählen kann. Wir haben dazu einige Tipps parat:

  • Große Fliesen lassen kleine Räume ruhiger wirken.
  • Schmale Fugen lassen kleine Räume geräumiger erscheinen.
  • Ein wildes, scheinbar ungeordnetes Verlegemuster der Bodenfliesen sorgt dafür, dass ein großer Raum sehr lebendig wirkt.
  • Ein kontrastreiches Verlegemuster in großen Räumen sorgt für interessante Akzente.
  • Weitläufige Räume wirken wohnlicher, wenn man zu hellen Fliesen dunkle Fugen kombiniert.
  • Für schmale Schlauchbäder sind Wandfliesen im Querformat besonders empfehlenswert.
  • Außergewöhnliche Fliesenformate wie Hexagons oder individuell geschnittene Mosaikfliesen sorgen für reizvolle Effekte, sollten jedoch nur mit wenig Deko kombiniert werden.
  • Viel Platz für geschmackvolle Deko-Elemente bieten hingegen neutrale Fliesen.
  • Die klassische Verlegeart ist die sogenannte Kreuzfuge, bei der rechteckige Fliesen exakt übereinander oder nebeneinander verlegt werden.
  • Gern genommen ist auch der sogenannte Halbverband: Dabei werden die Fliesen versetzt in geraden Reihen angeordnet. Variationen davon sind Drittel- und Viertelverband mit unterschiedlich starkem Versatz.
  • Beliebt ist auch die Diagonale als Verlegeart.
  • Eine spannende Alternative kann das Fischgrätenmuster sein. Es kommt bevorzugt bei Fliesen in Holzoptik und Steinböden zum Einsatz.

Welche Fliesen passen in welchen Raum?

Generell gilt beim Fliesen: Erlaubt ist, was gefällt. Allerdings können einige kurze Tipps für die Auswahl passender Fliesen für die verschiedenen Räume sehr hilfreich sein:

  • Kleine Räume eher mit hellen Fliesen ausstatten – das lässt sie großzügiger wirken.
  • Farb- oder Helligkeitskontraste zwischen Wandfliesen und Bodenfliesen geben einem Bad oder der Küche Charakter.
  • Für natürliches Wohngefühl sollte man zu Natursteinfliesen oder Fliesen in Holzoptik greifen.

Trenddesigns oder zeitlose Fliesen?

Bad, Küche oder Nassbereiche renoviert man ja nicht mal eben jedes Jahr neu. Deshalb sollte bei der Auswahl der Fliesen auch darauf geachtet werden, dass das Design nicht nur kurzfristig für Begeisterung sorgt. Vor allem neutrale Farben gelten als besonders zeitlos – sorgen aber natürlich nicht unbedingt für absolute Hingucker. Wer auffällige Trenddesigns einsetzt, zeigt hingegen: Schaut her – ich habe den Mut, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen.

Individualität beweisen mit Fliesengrößen und Verlegung

Ein Arbeiter passt durch Zuschneiden eine Fliese an.
Sonderformate erzielen tolle Effekte in der Raumgestaltung – sind beim Verlegen jedoch häufig eine Herausforderung. © stock.adobe.com / #81053817 / pf30

Fliesen sind nicht nur praktisch, weil sie leicht zu reinigen sind. Sie können auch den individuellen Stil eines Hausbesitzers unterstreichen. Um aufzufallen empfiehlt es sich, auf Kontraste, außergewöhnliche Verlegearten sowie ungewohnte Fliesengrößen zu setzen.

Mit Sonderformaten aus dem Raster fallen

Einige moderne Fliesen sind weder quadratisch noch rechteckig geschnitten. Vor allem Mosaikfliesen bestechen durch individuelle Sonderformate. Diese sind natürlich für das Verlegen eine echte Herausforderung. Doch Sie können sicher sein: Mit Fliesenformaten in ungewöhnlichem Design schaffen Sie sich wahrhaft einzigartige Räume.

Gretchenfrage: Selber machen oder verlegen lassen?

Beim Verlegen der Fliesen juckt es manch einen ambitionierten Heimwerker sicher in den Fingern. Doch bitte bedenken Sie: Das Fliesenlegen erfordert ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen, unheimliche Präzision und Fachkenntnisse zu Materialien. In den meisten Fällen ist es deshalb besser, beim Fliesen den Profi ans Werk zu lassen.

Was sich allerdings gut in Eigenleistung erbringen lässt, ist das Entfernen der alten Fliesen. Dazu sind eigentlich nur ein Stemmhammer, ein Schleifgerät sowie Mundschutz, Hammer und Meißel und Material zum Abkleben der Umgebung notwendig. Nachdem die erste vor einem Hohlraum befindliche Fliese vorsichtig mit Hammer und Meißel herausgelöst wurde (Meißel in einem Winkel von 45 Grad ansetzen), kann man mit dem Stemmhammer alle weiteren Fliesen abtragen. Alter Fliesenkleber wird mit einer Tellerschleifmaschine entfernt.

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