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Ursachen für Feuchtigkeitsschäden am Haus

Häufig sind Feuchtigkeitsschäden dauerhafter Natur, im Gegensatz zu Wasserschäden durch z. B. eine undichte Waschmaschine. Sie können durch äußere Witterungseinflüsse genauso wie durch Bodenfeuchte oder Kondensation entstehen. Als Ursache liegen oft bauliche Mängel oder auch falsche Nutzung zugrunde. Da Feuchtigkeitsschäden zu Schimmel führen können, sollten Sie schnell reagieren.

Ein Wasserschaden an den Wänden in einem Raum

Gründe für Feuchtigkeitsschäden

Durch (Stark-)Regen, aber auch aufsteigende Feuchtigkeit oder Kondensation kann Feuchtigkeit ins Mauerwerk oder andere Bauteile gelangen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn es am Haus selbst Mängel oder Schäden gibt. Daher sollten die folgenden Ursachen abgeklärt werden.

  • Schadhafte bzw. verstopfte Dachrinnen oder Fallrohre
  • Schadhafte Fenster
  • Schadhaftes Dach
  • Leckagen bei Heizungs-, Trinkwasser- und Abwasserleitung
  • Feuchtigkeitseintritt am Fundament, am Sockel und im Kellerbereich
  • Kondensation von Luftfeuchtigkeit

Schadhafte bzw. verstopfte Dachrinnen oder Fallrohre

Mit Laub verstopfte Dachrinne
Verstopfte Dachrinnen können die Ursache für eintretendes Regenwasser sein. © stock.adobe.com / #265991991 / focus finder

Das vom Dach ablaufende Regenwasser wird durch die Dachrinne und das Fallrohr in die Entwässerung geleitet. Sind diese defekt oder mit Laub verstopft, kann das Regenwasser an das Außenmauerwerk gelangen und vor allem bei regenreichen, kalten Perioden zu Problemen führen. Bei innenliegenden Dachrinnen kann der Schaden noch größer sein, weil das Wasser über längere Zeit unbemerkt in die Konstruktion eindringen kann. Besitzen Sie ein Flachdach, ist eine Verstopfung der Abläufe noch problematischer. Wasser kann sich aufstauen und zu Schäden führen.

TIPP: Warten und reinigen Sie regelmäßig Ihre Dachrinnen, besonders innenliegende. Bei einem Flachdach sollte ein Dachdecker zweimal jährlich eine professionelle Wartung vornehmen, um Schäden vorzubeugen.

Schadhafte Fenster

Durch nicht dicht schließende Fenster, eine mangelhafte Abdichtung am Fensterrahmen sowie einem fehlerhaften Anschluss der Fensterbank kann Regenwasser in den Innenraum, ins Mauerwerk oder in die Dämmung gelangen. Selbst neue Fenster können in einem ungedämmten Altbau zu Schäden führen. Hierbei bildet sich in den kalten Monaten schnell Kondensat an dem inneren Übergang vom Fensterrahmen zum Mauerwerk.

TIPP: Ermitteln Sie, ob die Schäden außen an der Fassade oder im Innenbereich auftreten. Ist der Schaden eher bei Kälte oder eher bei Regen auffällig? Sollte ein Fenster nicht dicht schließen, reicht es vielleicht schon, es neu einstellen zu lassen oder einige Dichtungen zu tauschen. Treten jedoch außen Mängel in der Abdichtung auf, lassen Sie den Schaden von einem Gutachter aufnehmen und von Fachunternehmen beseitigen.

Schadhaftes Dach

Da über das Dach das meiste Wasser abgeführt wird, können bereits kleine Schäden zu einem hohen Wassereintritt führen. Bei Steildächern, die mit Ziegeln gedeckt sind, können z. B. Sturmschäden an der Dachdeckung auch vom Eigentümer erkannt werden, solange das Gebäude nicht allzu hoch ist. Unterhalb der Dachziegel liegt i. d. R. die Unterspannbahn. Wurde sie beschädigt, ist das nicht leicht zu erkennen. Je nach Ausbau des Daches ist die Beschädigung entweder aus dem Innenraum oder vom Dach aus zu beheben.

Bei Flachdächern hingegen muss das Dach begangen werden. Beurteilen sollte es ein Fachmann. Schäden lassen sich nämlich aufgrund der Konstruktion nicht so leicht erkennen.

TIPP: Beauftragen Sie bei sichtbaren oder vermuteten Schäden am Dach einen Dachdecker mit der Überprüfung und ggf. mit der Instandsetzung.

Leckagen bei Heizungs-, Trinkwasser- und Abwasserleitung

Leckagen sind grundsätzlich schwierig zu orten. Meistens liegen sie unter dem Estrich oder in Installationswänden. Sie sind somit schwer zu finden und es müssen einige Bauteile geöffnet werden, um den Schaden genau zu erkennen und zu beurteilen.

Defekte Wasserleitungen

Wenn Trinkwasserleitungen undicht sind strömt häufig so viel Wasser aus, dass der Schaden schnell bemerkt wird. Die Rohre stehen unter Druck und so strömt schnell Wasser aus. Das ist der klassische Wasserschaden oder Rohrbruch. Jedoch können diese Rohrleitungen auch an z. B. Verbindungstellen undicht werden und nur tropfen. Dann hilft nur eine Leckageortung.

Defekte Heizungsleitungen

Tritt bei der Heizung Wasser aus, kann man das selbst gut bemerken. Sollte der Heizkreislauf kontinuierlich Wasser verlieren, muss es nachgefüllt werden. Es ist nur logisch anzunehmen, dass das fehlende Wasser irgendwo aus dem Heizkreislauf ausgetreten ist. Deswegen sollten Sie nicht einfach immer wieder Heizungswasser nachfüllen, ohne sich über dessen verbleib Gedanken zu machen.

TIPP: Müssen Sie oft Wasser an der Heizung nachfüllen? Das Wasser muss irgendwo bleiben. Lassen Sie einen Fachbetrieb für Sanitär und Heizung die Ursache ermitteln und beheben. Durch eine Druckprobe können die Leitungen auf Dichtheit geprüft werden.

Undichte Entwässerungsleitungen

Die Abwasserrohre befördern das Wasser aus Küche, Toilette und Dusche in die Kanalisation. Sie verlaufen in Schächten, in Installationswänden und unter dem Estrich. Bei geringen Undichtigkeiten tritt Wasser immer dann aus, wenn im jeweiligen Rohr Wasser abgeführt wird. Da die Leitungen verdeckt liegen, ist auch hier eine Leckageortung zielführend.

Undichte oder fehlende Abdichtung im Badezimmer

Sind Badezimmer nicht richtig abgedichtet, besteht die Gefahr, dass Wasser in die Estrichdämmschicht läuft. Eine typische Stelle hierfür ist die Dusche. Häufig wurden neue oder getauschte Duschen mit Silikon „abgedichtet“. Eine Silikonfuge ist jedoch keine Abdichtung. Reißt die Silikonfuge, dringt Duschwasser in die Konstruktion ein. Besonders bei bodengleichen Duschen ist eine Abdichtung des Bodens, der Dusch- und Badewannenwände sowie des Boden-Wandanschlusses notwendig.

TIPP: Erklärt Ihnen ein Handwerker, Ihr Vermieter oder sonst jemand, es würde mit Silikon „abgedichtet“ – glauben Sie ihm nicht. Silikonfugen sind keine Abdichtung im Sinne der Norm. Sie überbrücken Fugen und verbessern die Optik, jedoch sind sie als Abdichtung unzureichend.

Feuchtigkeitseintritt am Fundament, am Sockel und im Kellerbereich

Feuchtigkeit, Abplatzungen und Ausblühungen am Sockel eines Hauses
Auch am Sockel treten häufig Feuchtigkeitsschäden zu Tage. © stock.adobe.com / #108702994 / Fotoschlick

Fehlende oder defekte Grundleitungen, Rückstausicherung und/oder Hebeanlage

Bei fehlenden oder defekten Systemen der Abwasserableitung kann es zum Rückstau und Flutung der tieferliegenden Bereiche des Hauses kommen. Unbedingt zu überprüfen ist dann die Rückstausicherung, die das Haus gegen den Rückstau des Abwassers aus dem Kanalsystem schützt.

Abwasser, welches sich unter der sogenannten Rückstauebene sammelt, muss durch eine Hebeanlage auf das höherliegende Niveau gepumpt werden. Fehlt diese Anlage oder ist sie defekt, werden tieferliegende Gebäudebereiche überflutet. Das ist schnell bei einer Toilette im Keller der Fall. Steigt das Abwasser im Kanal über die Höhe der Toilette an, kann es aus der Toilette in den Keller fließen, wenn keine Hebeanlage oder Rückstausicherung vorliegt.

Defekte oder verstopfte Hofeinläufe und Drainagerohre sowie fehlende Sickerschicht

Der Hofeinlauf, auch als Gully bekannt, sowie Drainagerohre leiten das Regenwasser von befestigten Flächen zum Abwasserkanal oder in die Versickerung. Sind diese schadhaft oder verstopft, kann das Oberflächenwasser an das Mauerwerk oder die Türen gelangen. Wird eine Drainage geplant, um das Fundament und Mauerwerk trocken zu halten und fehlt sie oder ist verstopft, drückt das Sickerwasser auf die Kellerwand, das Fundament oder den Sockel. Neben der Drainageleitung ist rund um das erdberührende Außenmauerwerk eine Sickerschicht anzubringen. Diese leitet Regenwasser in die Drainagerohre, das andernfalls an das Mauerwerk gelangt.

Mangelhafte Lichtschächte

Durch einen Lichtschacht erhält man Frischluft und Licht im Keller. Die Menge richtet sich nach der Größe des Schachtes. Die Lichtschächte müssen so ausgeführt sein, dass keine Feuchtigkeit in den Keller eindringen kann. Denn wenn der Lichtschacht voll Wasser läuft, dringt Wasser durch das Fenster in den Keller ein. Schlimmstenfalls wird der gesamte Keller geflutet und muss saniert werden.

TIPP: Verwenden Sie einen druckwasserdichten Lichtschacht, der entwässert wird und zusätzlich ein druckwasserdichtes Lichtschachtfenster – dann kann fast nichts mehr passieren. Nur das Fenster müssen Sie bei Starkregen geschlossen halten.

Fehlender oder schadhafter Sockel und fehlende Abdichtung zum Erdreich

Wenn es regnet, wird sowohl die Fassade als auch der Sockel eines Gebäudes nass. Der Sockelbereich ist doppelt belastet. Der Regen, der zuvor auf den Boden trifft, spritz wieder hoch und so wird der Sockel zusätzlich nass und dreckig. Das Wasser, das am Gebäude ins Erdreich versickert, trifft auf die Kellerwand, sofern vorhanden. Zwei Maßnahmen sind notwendig, um Schäden zu vermeiden:

  1. Der Keller und der Sockel des Mauerwerks müssen von der Unterkannte des Kellers bis mindestens 15 cm über der Geländeoberkante (GOK) abgedichtet werden. So dringt keine Feuchtigkeit in die Konstruktion.
  2. Der Sockel an sich muss abgedichtet sein und die Außenanlagen müssen so ausgeführt sein, dass der Sockel intakt bleibt und eine Entwässerung erfolgt.

Kondensation von Luftfeuchtigkeit

Entsprechend ihrer jeweiligen Temperatur kann die Luft unterschiedlich große Mengen an Feuchtigkeit „aufnehmen“. Bei geringeren Lufttemperaturen verringert sich die Kapazität Feuchtigkeit zu speichern und der überschüssige Wasserdampf kondensiert. Dieser setzt sich dann als sogenanntes Kondensat bzw. Tauwasser auf kühlen Oberflächen wie Fensterscheiben, Außenwänden und Wärmebrücken ab. Diesen Effekt können Sie beobachten, wenn Sie ein kaltes Glas aus dem Kühlschrank nehmen. Schnell wird die Oberfläche feucht.

Liegt nun aufgrund eines Baumangels oder Schadens eine Wärmebrücke vor, ist die Oberfläche des Bauteils im Innenraum zu kalt. Dort kann Feuchtigkeit kondensieren und zu Schimmel führen.

Kondensation in ungedämmten Kellerräumen

Feuchte, muffige Keller sind ein weitverbreitetes Problem und können viele Gründe haben. Neben kaputten Rohrleitungen oder von außen eindringendes bzw. aus dem Untergrund aufsteigendes Wasser, ist vor allem das falsche Lüften eine häufige Ursache.

Wie oben beschrieben, kommt es bei der Abkühlung der Luft zum Kondensieren von Wasserdampf. Wer bei hohen Außentemperaturen den ungedämmten Keller tagsüber lüftet, lässt warme Luft, die viel Feuchtigkeit speichern kann, in den Keller. Sobald sie sich hier abkühlt, schlägt sich die überschüssige Feuchtigkeit an den kühlen Wänden nieder. Um den Keller kühl und trocken zu halten, sollten Sie im Sommer daher nur bei kühlem Wetter oder nachts lüften.

Einen Sachverständigen für Feuchtigkeitsschäden beauftragen?

Ein Sachverständiger erklärt einer Kundin das Problem mit der Feuchtigkeit am Sockel vom Haus
Ziehen Sie bei Problemen mit der Feuchtigkeit im Haus einen kompetenten Sachverständigen zu Rate. © stock.adobe.com / #118007486 / Karin & Uwe Annas

Feuchtigkeit führt zu Schäden, die von optischen Beeinträchtigungen wie Stockflecken oder Verfärbungen bis hin zu schweren Bauschäden reichen. Durch meist langsam fortschreitende Prozesse werden Bauteile beschädigt.

Nicht weniger bedenklich sind Folgeschäden wie Schimmelpilze, Bakterienbefall und meldepflichtiger Hausschwamm, die zu einer gesundheitlichen Belastung der Bewohner führen können.

Schimmelpilze sind zwar in Form ihrer Verbreitungsorgane, den Sporen, in unserer natürlichen Umgebung überall anzutreffen. Problematisch wird es aber, wenn sie sich stark vermehren und in erhöhter Konzentration in der Innenraumluft auftreten. Bei dauerhaft feuchtem Mauerwerk haben sie leichtes Spiel und breiten sich aus. Dabei ist Schimmelbefall nur zum Teil mit bloßem Auge als Schimmelflecken sichtbar. Kaum wahrgenommen werden sie dagegen an verdeckten Stellen oder unter der Materialoberfläche.

Bei der Prüfung aus Schimmelbefall und der Schadensbeurteilung sind gerade diese verdeckten Stellen aufzudecken, denn sie enthalten häufig sehr viel mehr mikrobielle Biomasse. Ein erfahrener Sachverständiger weiß ganz genau, wo die Gefahren für Schimmelbefall lauern und deckt entsprechenden Befall auf.

Neben der Behandlung von bereits vorhandenem Schimmel wird ein Sachverständiger für Feuchtigkeitsschäden vor allem vorbeugend aktiv und muss die Ursachen der Feuchtigkeit ermitteln. Nur durch die Beseitigung dieser Ursachen kann langfristig ein optimales Raumklima sichergestellt und (weiterer) Schimmelbefall vermieden werden.

Es lohnt sich also, bei Problemen mit der Feuchtigkeit im Haus einen kompetenten Sachverständigen zur Beseitigung der Ursachen sowie möglichen Schimmelbefalls einzuschalten.

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