Kachelofen – Holzheizung als Wärmequelle mit Zukunft?

Der Kachelofen verbindet hohen Nutzwert mit dem Charm jahrhundertealter handwerklicher Tradition. Wo liegen die Vor- und Nachteile des Kachelofens? Welche Kachelöfen dürfen noch betrieben werden? Was muss bei der Nachrüstung beachtet werden und wieviel kostet ein moderner Kachelofen? Diese und viele weitere wertvolle Tipps lesen Sie in diesem Artikel.

Ein moderner Kachelofen mit Sitzbank. Durch eine große Sichtscheibe ist das Feuer zu sehen Durch helle Keramikplatten und zeitlos schlichtes Design passt der Kachelofen gut zum Stil der Einrichtung und ist ein echter Hingucker.

Nach einem Winterspaziergang den Rücken am warmen Ofen wärmen – kaum etwas entspricht mehr unserer Vorstellung von Geborgenheit und Gemütlichkeit. Ein Kachelofen ist nicht lediglich Heizsystem, er ist gleichzeitig Gestaltungselement und Dekorationsobjekt. Dabei sind dem Design kaum Grenzen gesetzt. Kachelöfen lassen sich je nach Anspruch und Geschmack in den unterschiedlichsten Stilrichtungen bauen. Der Kachelofen ist so in jedem Wohnumfeld ein Blickfang mit großem Potential zum Lieblingsplatz. Moderne Kachelöfen können als Zusatzheizung, in Kombination mit anderen Wärmequellen als Teil eines Hybridsystems oder auch als alleinige Heizung konzipiert werden. Dabei spielen die unterschiedlichen Ofentypen ihre jeweiligen Stärken aus.

Welche Art von Kachelöfen gibt es?

Ob modern oder traditionell gestaltet, Kachelöfen können in drei Grundformen eingeteilt werden. Es gibt den Grundofen, den Warmluft-Kachelofen und den Kombiofen, der einige Eigenschaften beider Systeme vereint. Gemeinsam sind allen Kachelöfen die namensgebenden Ofenkacheln, die in spezialisierten Manufakturen mit einem hohem Anteil an Handarbeit hergestellt werden. Die Ofenkacheln bestehen aus den natürlichen Rohstoffen Porzellanerde, Ton und Schamotte. Moderne Technik ergänzt die traditionelle Ofenformen mit Wasserwärmetauschern und Elementen zum Energiemanagement und der Effizienzoptimierung. Welche Form des Kachelofens passt am besten zu Ihren Anforderungen? Wo liegen die Stärken der unterschiedlichen Kachelöfen?

OfenformGrundofenWarmluftofenKombiofen
Aufheizzeit⏱⏱⏱ (ca. 1-2 h)⏱ (ab 20 min)⏱ (ab 20 min)
Speicherkapazität⏱⏱⏱ (bis 24h)⏱ gering⏱⏱ (bis 12 h)
WirkprinzipStrahlungswärmeKonvektionStrahlung und Konvektion
Wirkungsgrad➕➕➕➕(➕)➕➕
AufstellungHohes Gewicht und PlatzbedarfRelativ platzsparendMehr Platzbedarf als der Warmluftofen
Sichtscheibe❌ nicht empfohlen✔ möglich✔ möglich
Einbaukosten💲💲💲💲💲💲

Tabelle: Grundofen, Warmluftofen oder Kombiofen – welcher Kachelofen passt zu Ihnen?

Der Grundofen

Die traditionelle Form des Kachelofens ist der Grundofen. Diese Ofenform wird aus keramischen Blöcken gemauert, die als Wärmespeicher dienen. Wärme wird nach dem Aufheizen über Stunden hinweg gleichmäßig abgegeben, deshalb wird dieser Ofentyp auch als Speicherofen bezeichnet.

Schema eines Kachelofens, der als Grundofen gemauert wurde. Brennraum und Heizzüge sind aus Schamotte und anderen keramischen Werkstoffen gemauert und nutzen die Abgastemperatur ideal aus. Durch die große Masse speichert der Ofen die Wärme sehr lange.
Ein gemauerter Grundofen nutzt die Verbrennungswärme sehr gut aus und speichert die Wärme sehr lange.

Die heißen Abgase werden im Grundofen aus dem typischerweise zweischaligen Brennraum in ein aus Schamottesteinen gemauertes System aus Heizzügen geleitet, bevor sie in den Schornstein gelangen. So wird die Wärme gleichmäßig im ganzen Ofen verteilt und erwärmt die keramischen Speichermaterialien. Die äußeren Ofenkacheln nehmen zusätzlich Wärme auf und tragen zur gleichmäßigen Wärmeabgabe bei. Manche Grundöfen werden auch verputzt und verzichten auf eine Außenschale aus Kacheln.

Der Grundofen hält die Wärme über viele Stunden und hat einen hohen Wirkungsgrad

Der Grundofen erzielt durch die ausgeklügelte Ausnutzung der Abgastemperatur einen hohen Wirkungsgrad. Da er fast ausschließlich über Strahlungswärme arbeitet und die Wärme sehr sanft und gleichmäßig über lange Zeit abgibt, wird die Wärme des Grundofens häufig als besonders angenehm empfunden. Für Allergiker ist positiv, dass im Raum keine Warmluft umgewälzt wird, dadurch wird auch kein Staub aufgewirbelt. Ein Nachteil ist die lange Aufheizzeit, da die hohe Masse des Ofens erst auf Temperatur gebracht werden muss. In der Regel werden Grundöfen als Einzelraumheizung konzipiert, zur Beheizung mehrerer Räume kann der Grundofen aber auch durch die Wand gebaut werden.

Der Warmluft-Kachelofen

Darstellung eines Kachelofens, der als Warmluftofen konzipiert wurde. Der Heizeinsatz und der Nachheizkasten sind aus Metall, darum herum befindet sich die keramische Ofenhülle. Der Ofen wird schnell warm und gibt die Wärme an die Raumluft ab, die durch den Ofen strömt
Ein Warmluftofen hat einen Heizeinsatz und Nachheizkasten aus Metall. Er gibt sehr schnell Wärme ab.

Ein Warmluft-Kachelofen arbeitet mit einem Heizeinsatz und einem Nachheizkasten aus Metall, die von einer Ofenhülle aus keramischen Kacheln umschlossen werden. Er erwärmt den Raum vergleichsweise schnell und es können hohe Heizleistungen erzielt werden. Nach dem Anheizen strömt über Öffnungen am Sockel des Warmluftofens Raumluft ein und erwärmt sich am Heizeinsatz. Die erwärmte Luft steigt zwischen Ofenkacheln und Heizeinsatz nach oben und wird wieder in den Raum zurückgeleitet, häufig durch verstellbare Luftgitter oder manchmal auch über Lüftungskacheln. Um andere Räume mit zu heizen kann die Warmluft über Luftkanäle weiterverteilt werden. Ein Großteil der Wärme wird direkt an die Raumluft abgegeben, nur ein kleiner Teil wird von der keramischen Ofenhülle abgestrahlt.

Der Warmluftofen wärmt den Raum schnell auf, sie müssen aber auch häufig Holz nachlegen

Der Warmluftkachelofen kann relativ platzsparend gebaut werden. Im Wirkungsgrad hält er nicht ganz mit dem Grundofen mit. Dafür eignet sich der Warmluftofen durch die schnelle Aufheizzeit besser für den gelegentlichen Gebrauch als Zusatzheizung. Wenn Sie einen Ofen suchen, den Sie an kühlen Abenden in der Übergangszeit schnell anheizen können, ist der Warmluftkachelofen ideal. Auch für nur kurzzeitig genutzte Ferien- oder Wochenendhäuser eignet sich der Warmluftofen, weil der Raum schnell warm wird. Nachteil dabei ist, dass die Heizwirkung nur solange anhält, wie das Feuer im Ofen brennt. Lassen Sie das Feuer ausgehen, wird es schnell kalt.

Der Kombiofen

Querschnitt durch einen Kachelofen, der als Kombiofen gebaut wurde. Der Heizeinsatz aus Metall wird mit Heizzügen aus Schamotte kombiniert. Er gibt schnell warme Luft ab, speichert die Wärme aber trotzdem deutlich länger als ein reiner Warmluftofen
Der Kachelofen nach Kombiofen-Prinzip vereint schnelle Aufheizzeit durch den Heizeinsatz aus Metall mit relativ langer Wärmespeicherung durch die Heizzüge aus Schamotte.

Wie der Name vermuten lässt kombiniert der Kombiofen die positiven Eigenschaften von Grundofen und Warmluftofen, allen voran die schnelle Aufheizzeit und lange Wärmespeicherung. Im Unterschied zum Warmluftofen werden die heißen Abgase durch zusätzliche Heizzüge aus Schamotte geleitet. Die Schamottesteine dienen als Wärmespeicher und leiten Heizenergie an die keramische Außenschale des Ofens weiter. So wird im Vergleich zum reinen Warmluftofen ein höherer Anteil der Heizung durch Strahlungswärme abgegeben. Ein Kombiofen kann die Wärme über mehrere Stunden speichern. Die zusätzliche Erwärmung der Raumluft durch Zirkulation durch den Ofen führt trotzdem zu einer schnellen Wärmeabgabe. Sie müssen also nicht wie beim Grundofen stundenlang warten, bis der Raum warm wird.

Der Kombiofen vereint schnelle Aufheizung und relativ lange Wärmespeicherung

Kachelofen oder Kaminofen, was ist besser?

Kaminöfen sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Überschaubare Kosten und ein einfacher Einbau sprechen für diesen Ofentyp. Wenn es Ihnen um die dekorative Wirkung der Flammen geht und Sie nur gelegentlich zusätzlich mit Holz heizen möchten, kann ein Kaminofen die richtige Wahl sein. Im Wirkungsgrad ist ein Kaminofen jedoch dem Kachelofen recht deutlich unterlegen, weil die Abgastemperatur nicht so gut ausgenutzt werden kann.

Kaminöfen eignen sich wegen des geringen Wirkungsgrades nur als Zusatzheizung oder zur Erzeugung eines gemütlichen Ambientes

Ein Kachelofen speichert die Wärme mit seiner größeren Masse länger. Dadurch eignet er sich eher zur durchgängigen Raumheizung, weil Sie nicht so häufig Brennstoff nachlegen müssen. Durch die gleichmäßige Wärmeabgabe wird die Heizung mit dem Kachelofen oft angenehmer empfunden als bei Kaminöfen, die schnell zur Überheizung des Raumes führen. Auch in der Gestaltung hat man beim Kachelofen mehr Möglichkeiten, so kann beispielsweise eine Sitzbank integriert werden. Für die Nutzung als Koch- und Backofen gibt es so genannte Kachelherde, die eine Sonderform des Backofens darstellen.

Das Bild zeigt einen Kachelherd mit einer Kochplatte und Backröhre, die mit der Holzfeuerung beheizt werden. So kann ein Kachelofen in die (Wohn-)Küche integriert werden.Ein weiterer Vorteil des Kachelofens ist, dass er durch die Wand gebaut werden kann. Die Beheizung kann beispielsweise im Flur erfolgen, im beheizten Wohnraum ist in diesem Fall kein Hantieren mit Brennholz oder Asche nötig. Auch in der Auswahl des Brennstoffs sind Sie beim Kachelofen flexibler. Kachelöfen können auf Holz-, Kohle- oder Pelletfeuerung ausgelegt werden. In Einzelfällen werden Kachelöfen sogar mit Öl- oder Gasbrenner betrieben.

Kann man Kachelöfen nachträglich einbauen?

Einen Kachelofen oder Kaminofen können Sie natürlich auch nachträglich einbauen. Dabei sind jedoch vorab verschiedene Voraussetzungen zu klären:

Welchen Schornstein braucht ein Kachelofen?

Die Abgasführung über einen passenden Schornstein ist Grundvoraussetzung für den sicheren Betrieb jedes Kachelofens. Haben Sie einen freien Schornsteinschacht in der Nähe des Aufstellungsortes? Der Bezirksschornsteinfeger kann Sie beraten und prüfen, ob sich der vorhandene Schornstein für den Anschluss eines Kachelofens eignet. Der Schornsteinquerschnitt und die Zughöhe müssen zum Ofen passen. Evtl. muss der Schornstein saniert werden oder es muss ein Innenschornstein in den vorhandenen Schacht eingezogen werden. Auch ein Edelstahlschornstein an der Außenfassade ist als Nachrüstlösung möglich.

Woher kommt die Verbrennungsluft für den Kachelofen?

Der Ofen erzeugt nicht nur Abgas, er braucht auch Frischluft zur Verbrennung. Während früher einfach die Raumluft als Sauerstofflieferant genutzt wurde, wird die Verbrennungsluft heute oft von draußen zugeführt. Bei Niedrigenergiehäusern ist sogar Vorschrift, dass die Heizung raumluftunabhängig funktioniert. In der Praxis wird dazu ein Kanal durch die Außenwand verlegt, der frische Luft in den Ofen leitet. Häufig wird der Außenluftkanal an der Kellerdecke angebracht und mündet von unten in den Ofen. Bei Neubauten können Sie zu diesem Zweck eine KG-Leitung (Kanalgrundrohr) unter der Bodenplatte verlegen, wenn Sie ohne Keller planen. Als Alternative zum getrennten Frischluftkanal kann auch ein sogenannter LAF-Schornstein (Luft-Abgas-Festbrennstoff-Schornstein) verwendet werden. In diesem speziellen Schornsteinsystem verlaufen zwei Leitungen parallel, sind jedoch thermisch getrennt. Durch eine der Leitungen wird Außenluft und durch die andere Abgas geleitet. Die bei Gasfeuerungen verbreiteten LAS-Systeme (Luft-Abgas-Schornstein) sind für Kachelöfen eher weniger geeignet, da bei diesen doppelwandigen Schornsteinen zu viel Wärme in die angesaugte Außenluft übertragen wird. Das wirkt sich negativ auf den Schornsteinzug aus. Der Kachelofen würde mit einem LAS nicht so gut „ziehen“.

Welche Anforderung an die Aufstellfläche stellt ein Kachelofen?

Weil Kachelöfen, allen voran Grundöfen, ein sehr hohes Eigengewicht haben, muss die Statik geprüft werden. Bei Altbauten kann es nötig werden, das Tragwerk zu verstärken. Der Kachelofen darf nicht auf schwimmendem Estrich aufgestellt werden, schon gar nicht, wenn eine Fußbodenheizung verlegt ist. Der Estrich unter dem Ofen sollte durch Verbundestrich ersetzt werden, zum schwimmenden Estrich hin muss eine Dehnfuge vorgesehen werden. So beugen Sie Rissbildung in Estrich und Bodenbelag vor. Wenn Sie beim Bau Ihres Eigenheims bereits an den späteren Einbau eines Kachelofens denken, sollten Sie die Voraussetzungen dafür von Anfang an schaffen. Berücksichtigen Sie die mögliche Nachrüstung eines Kachelofens auch bei der Planung der restlichen Haustechnik, besonders wenn es um Lüftung und Heizung geht. Dadurch sparen Sie später Aufwand und Kosten.

Wie viel kostet ein Kachelofen?

Für einen neuen Kachelofen müssen Sie mit mindestens 3.000 bis 5.000 Euro rechnen. Wenn ein neuer Schornstein nötig wird, kommen nochmal 1.000 bis 2.000 Euro dazu. Nach oben hin sind kaum Grenzen gesetzt. Ein individuell gestalteter Kachelofen kostet inklusive Einbau über 10.000 Euro. Zubehör wie Wassertaschen oder elektronische Abbrandsteuerung treiben die Kosten zusätzlich in die Höhe. Als Ganzhausheizung sollten Sie mit Kosten ab 15.000 Euro aufwärts rechnen. Die Kosten für den Einbau eines neuen Kachelofens hängen von vielen Faktoren ab. Lassen Sie sich unbedingt vor Ort durch einen erfahrenen Ofenbauer beraten. Der Profi kann prüfen, welcher Ofen geeignet ist und nennt Ihnen die genauen Kosten und Voraussetzungen für den Einbau. Mehrere Kostenvoranschläge einzuholen kann sich lohnen, denn die Preise unterscheiden sich teilweise deutlich.

Was kostet der Kachelofen im Heizbetrieb?

Auch nach dem Einbau fallen Kosten für den Kachelofen an. Die Endabnahme des neuen Ofens durch den Schornsteinfeger ist im Vergleich zum Einbau des Ofens nicht teuer, etwa 40-150 Euro sollten Sie für die sogenannte Feuerstättenschau einplanen. Während die Kosten für Einbau und Abnahme nur einmal anfallen, kommen auch laufende Kosten auf Sie zu:

Kosten für den Schornsteinfeger

Zu den fixen Betriebskosten zählen die wiederkehrenden Kosten für den Schornsteinfeger, der Ihren Ofen zwei bis drei Mal im Jahr kontrollieren und ggf. den Schornstein reinigen wird. Dafür sollten Sie im Jahr mit 100-200 Euro rechnen.

Kosten für die Wartung Ihres Kachelofens

Alle ein bis zwei Heizperioden wird die Wartung des Ofens durch einen Fachbetrieb empfohlen, um sicherzustellen, dass alle Komponenten des Ofens wie Brennraum, Abgaszüge und Dichtungen in einem ordentlichen Zustand sind. Der Ofenbauer wird je nach Aufwand etwa 150-300 Euro pro Termin verlangen. Um lang Freude an Ihrem Ofen zu haben, sollten Sie zumindest alle zwei Jahre die Überprüfung und Wartung durch den Fachmann durchführen lassen.

Kosten für Brennholz

Auch bei den meisten modernen Kachelöfen wird naturbelassenes Scheitholz als natürlicher und klimaneutraler Brennstoff verwendet. Deshalb werden hier im Artikel die Preise für Brennholz betrachtet, auch wenn als Alternative Holzbriketts, Pellets oder Kohle in Frage kommen.
Obwohl der Preis für Bauholz schwankt und in letzter Zeit stark gestiegen ist, hat sich der Preis für Brennholz seit 10 Jahren kaum verändert. Trotzdem werden die Kosten für Brennholz wahrscheinlich den größten Anteil an den laufenden Kosten beim Betreib eines Kachelofens darstellen. Ofenfertig vorbereitetes Brennholz kaufen Sie üblicherweise in Schüttraummetern „srm“. Die Durchschittspreise pro srm Scheitholz liegen in Deutschland bei 63 bis 83 Euro. Allerdings unterscheiden sich die Preise stark je nach Holzsorte und Bearbeitungsgrad. Der Bearbeitungsgrad gibt dabei den Trocknungsgrad und die Scheitlänge an. Trocknung und Holzsorte bestimmt über den Brennwert. Eine sehr gute Übersicht dazu finden Sie im Artikel zu Kaminöfen auf BauMigo.

Der Preis von Brennholz blieb gegenüber der starken Preissteigerung bei Bauholz nahezu stabil.

Trockenes Holz hat einen höheren Heizwert und brennt sauberer. Wenn Sie genügend Lagerkapazität haben, können Sie durch den Kauf von frischem, gespaltenem Holz etwa 8 bis 15 Euro pro srm sparen. Sie sollten frisch geschlagenes Holz, das zur Selbsttrocknung verkauft wird, vor dem Verbrennen aber in jedem Fall ein oder zwei Jahre trocknen, bis die Restfeuchte eine saubere Verbrennung zulässt. Noch mehr sparen Sie, wenn Sie frisches Holz ab Polter kaufen, also zur Selbstabholung am Waldweg. Allerdings müssen Sie das Holz dann selbst sägen, spalten und trocknen.

Holzscheite aus Hartholz, zum Verbrennen im Kachelofen vorbereitet.
Nicht nur die Holzsorte bestimmt den Brennwert, auch die Trocknung vor der Verfeuerung im Kachelofen.

Der Kauf über den Brennstoffhandel ist meist günstiger als Brennholz vom Baumarkt. Fragen Sie auch die Preise bei Forstbetrieben oder Landwirten in der Umgebung an, häufig können Sie dort noch günstiger einkaufen.
Der durchschnittliche Haushalt mit Kachelofen verbraucht drei bis fünf Schüttraummeter Brennholz pro Heizsaison. Bei getrocknetem Hartholz entspricht das in etwa 240 bis 400 Euro pro Jahr. Natürlich ist das nur ein Durchschnittswert, je nach Ofen und Nutzung variiert der Brennstoffverbrauch.

Betriebskosten des Kachelofens:

  1. Schornsteinfeger: 100-200 Euro im Jahr
  2. Wartung durch den Fachbetrieb 150-300 Euro (alle zwei Jahre)
  3. Brennholz: drei bis fünf Schüttraummeter Hartholz, 240-400 Euro pro Jahr

Werden Kachelöfen verboten?

Kachelöfen werden nicht verboten. Allerdings müssen ältere Öfen umgerüstet oder ausgetauscht werden, wenn sie die Anforderungen der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) nicht erfüllen. Ist Ihr Kachelofen betroffen? Welche Öfen genießen Bestandsschutz?

Welche Öfen haben Bestandsschutz?

Grundöfen, also gemauerte Kachelöfen, sind von den verschärften Abgasgrenzwerten der Bundesimmissionsschutzverordnung ausgenommen und dürfen weiter betrieben werden. Gleiches gilt für Kachelöfen, Badeöfen und holzbefeuerte Back- und Kochherde die vor 1950 gebaut wurden. Auch sie genießen Bestandsschutz. Wenn Sie den Kachelofen als alleinige Heizung betreiben, müssen Sie ihn nicht stilllegen, unabhängig vom Alter des Ofens. Voraussetzung ist natürlich in jedem Fall, dass Ofen und Abgassystem in ordnungsgemäßem Zustand sind und regelmäßig vom Schornsteinfeger geprüft werden.

Welche Kachelöfen dürfen ab 2024 nicht mehr betrieben werden?

Einen ersten Anhaltspunkt gibt Ihnen der Blick aufs Typenschild. Bei Kachelöfen, die nach 2010 gebaut wurden können Sie von der Einhaltung der Bundesimmissionsschutzverordnung ausgehen, d.h. diese Öfen dürfen Sie auch nach 2024 weiter betreiben. Bei Öfen, die zwischen 1950 und 2010 hergestellt wurden kann ein Tausch des Heizeinsatzes nötig sein, wenn das Modell die aktuellen Abgas- und Feinstaubvorschriften der BlmSchV nicht einhält. Für Öfen, die zwischen 1994 und 2010 gebaut wurden, gilt dafür noch eine Übergangsfrist bis 31.12.2024. Spätestens dann müssen Sie auch für diese Kachelöfen die Einhaltung der Grenzwerte nachweisen. Auf der Website des Industrieverbands Haus-, Heiz- und Küchentechnik findet sich eine umfangreiche Datenbank älterer Kachelofeneinsätze. In dieser Datenbank können Sie über Hersteller, Typ und Baujahr ermitteln, ob Ihr Kachelofen die Grenzwerte der BlmSchV einhält.

Datum der InbetriebnahmeAbgas-Grenzwert COAbgas-Grenzwert Staub
vor März 2010max. 4 g/m³max. 0,15 g/m³
März 2010 bis Ende 2014max. 2,5 g/m³max. 0,075 g/m³
ab Anfang 2015max. 1,25 g/m³max. 0,04 g/m³

Tabelle: Grenzwerte, die der Kachelofen einhalten muss

Leider ist die Aufschrift bei vielen alten Öfen nicht mehr lesbar oder das Typenschild fehlt ganz. Fragen Sie in diesem Fall einen Ofenbauer, er kann Ihnen bei der Ermittlung des Herstellers und Modells helfen.

Was kostet die Umrüstung Ihres Kachelofens?

Wenn Ihr Kachelofen die Grenzwerte nicht einhält und keinen Bestandsschutz genießt, müssen Sie ihn stilllegen. Um das zu umgehen, kann der Heizeinsatz gegen ein modernes Modell ausgetauscht werden. Oft kann der Ofenmantel vollständig erhalten werden, der Ofenbauer ersetzt lediglich den Heizeinsatz aus Metall und bei Bedarf auch den Nachheizkasten. Der komplette Umbau lässt sich häufig in einem Tag erledigen. Ein neuer Kachelofeneinsatz kostet ab 2.000 Euro aufwärts. Inkl. Einbau liegen die Gesamtkosten für den Umbau bei etwa 3.000 bis 5.000 Euro. Wenn Sie die Modernisierung nutzen möchten, um eine elektronische Abbrandsteuerung nachzurüsten oder wenn Sie eine besonders hochwertige Ausführung von Heizeinsatz und Nachheizkasten wählen, kommen höhere Kosten auf Sie zu. Lassen Sie sich dazu vom Profi beraten. Der Ofenbauer kann Ihnen erklären, welche Modernisierungsmaßnahmen für Ihren Kachelofen sinnvoll sind und wieviel das kostet.

Nach Austausch des Heizeinsatzes halten auch viele ältere Kachelöfen die Grenzwerte ein und dürfen weiter betrieben werden.

Die Nachrüstung eines Feinstaubfilters zur Einhaltung der Grenzwerte ist für Kachelöfen nur in den seltensten Fällen sinnvoll. Die Filter sind teuer und verursachen laufende Wartungskosten. Ein neuer Heizeinsatz ist auf lange Sicht fast immer die bessere Lösung.

Tipps zum sicheren Betrieb eines Kachelofens

Um die wohltuende Wärme Ihres Kachelofens sorglos genießen zu können sollten Sie sich auch mit den Gefahren der Holzfeuerung vertraut machen. Beim Betrieb eines Kachelofens oder Kaminofens liegt die größte Gefahr nicht in der Brandgefahr. Gefährlicher noch sind Verbrennungsabgase, die bei Schäden am Ofen oder unsachgemäßem Gebrauch in den Raum gelangen und zu Vergiftungen führen können. Mit den folgenden Tipps betreiben Sie Ihren Kachelofen sicher und umweltfreundlich:

Ofen und Abgassystem regelmäßig prüfen und warten

Grundvoraussetzung für den sicheren Betrieb Ihres Kachelofens ist die Dichtheit von Ofen und Abgassystems. So wird verhindert, dass potentiell giftige Abgase in die Raumluft gelangen. Lassen Sie Ihren Ofen deshalb regelmäßig vom Schornsteinfeger überprüfen. Achten Sie darauf, dass die Dichtung an der Ofentür in gutem Zustand ist. Wenn Ihnen Schäden am Ofen oder Abgassystem auffallen, sollten Sie den Kachelofen auf keinen Fall weiter betreiben bis ein Fachmann den Schaden begutachtet hat. Bei der Verbrennung kann Kohlenmonoxid (CO) entstehen. Dieses giftige Gas ist geruchlos und wird von normalen Brand- und Rauchmeldern nicht erkannt. Zusätzliche Sicherheit beim Betrieb eines Kachelofens oder Kaminofens bieten deshalb spezielle Kohlenmonoxid-Melder (*). Gute Modelle sind mit einer 10-Jahres-Batterie ausgestattet und melden zuverlässig bereits geringste Konzentrationen an giftigem CO in der Raumluft.

Vorsicht bei Betrieb von Dunstabzugshaube und Kachelofen

Normalerweise erzeugen die aufsteigenden Abgase im Schornstein einen ausreichenden Unterdruck, der alle Verbrennungsgase ins Freie saugt. Solange der Schornstein frei ist und der Ofen gut zieht, müssen Sie sich deshalb keine Sorgen um Abgase im Wohnraum machen.

Anders sieht es aus, wenn Sie gleichzeitig über eine Dunstabzugshaube Luft aus Ihrer Wohnung absaugen und ins Freie blasen. Durch den entstehenden Unterdruck kann es passieren, dass die Abgase aus dem Ofen zurück in den Wohnraum gesaugt werden. Das darf nicht passieren, sonst drohen Sie sich zu vergiften.

Vorsicht beim Betrieb von Dunstabzugshauben und Lüftungsanlagen. Durch Unterdruck kann giftiges Abgas in die Raumluft gelangen. Klären Sie die Details mit Ihrem Schornsteinfeger!

Abhilfe schafft eine Sicherheitssteuerung (*) für den Dunstabzug. Gute Modelle überwachen über einen Temperatursensor, ob der Kachelofen überhaupt in Betrieb ist und verhindert nur dann den Betrieb der Dunstabzugshaube. Zum Einschalten der Dunstabzugshaube müssen Sie ein Fenster öffnen, was über einen Fensterschalter abgefragt wird. Einfache Modelle haben keinen Temperatursensor. Mit solchen günstigeren Steuerungen müssen Sie das Fenster deshalb immer öffnen um die Dunstabzugshaube zu benutzen, selbst wenn der Kachelofen gar nicht brennt. Dunstabzugshauben im Umluftbetrieb sind unproblematisch, weil kein Unterdruck in der Wohnung erzeugt wird.

Lüftungsanlage und Kachelofen müssen aufeinander abgestimmt sein

Auch der Betrieb einer Lüftungsanlage oder eines Abluftventilators kann zu Unterdruck im Wohnraum führen, wodurch Abgase in die Raumluft gelangen können. Es gibt Anlagen für die kontrollierte Wohnraumlüftung, die „eigensicher“ konstruiert sind und keinen Unterdruck erzeugen. Ein gleichzeitiger Betreib der Lüftungsanlage und eines Kachelofens oder Kaminofens muss aber immer mit dem Schornsteinfeger und dem Lüftungsbauer gemeinsam geplant werden. Können Unterdruckbedingungen nicht völlig ausgeschlossen werden, muss ein Unterdruckwächter (*) zur Steuerung der Lüftung verwendet werden.

Sicherheitsabstände am Kachelofen einhalten

Der sachgerechte Einbau Ihres Kachelofens wird durch den Schornsteinfeger in der sogenannten Feuerstättenschau geprüft. Dabei wird er unter anderem auf die Einhaltung von Sicherheitsabständen zu brennbaren Bauteilen achten. Der Boden vor der Ofentür muss mindestens 50 cm weit feuerbeständig abgedeckt sein. Brennbare Böden wie Parkett oder Laminat sollten zu diesem Zweck mit einer Funkenschutzplatte aus Glas oder Metall belegt werden. Bei Stein- oder Fliesenböden ist das nicht notwendig. Aber auch Wände, brennbare Decken und Einrichtungsgegenstände dürfen sich nicht zu dicht am Ofen befinden. Vereinbaren Sie mit dem Schornsteinfegermeister am besten einen Begutachtungstermin, um die Anforderungen zu klären. Die Bestimmungen zu den genauen Abständen unterscheiden sich zwischen den einzelnen Bundesländern und teilweise erlassen auch die Kommunen zusätzliche Vorschriften.
Natürlich sollten Sie die Abstände zu brennbaren Materialien jederzeit einhalten, auch wenn der Schornsteinfeger nicht anwesend ist. Den Eimer mit Brennholz direkt vor der Ofentür zu lagern, ist wegen Funkenflug beim Heizen keine gute Idee. Jede bauliche Änderung in der Nähe von Kachelofen, Abgasrohr oder Schornstein sollten Sie vorher mit dem Schornsteinfeger abklären.

Den richtigen Brennstoff für den Kachelofen verwenden

Verbrennen Sie nur Brennstoffe, die laut Hersteller für Ihren Ofen geeignet sind. Das Brennholz sollte trocken sein. Zu feuchtes Holz hat einen niedrigen Heizwert und setzt durch unvollständige Verbrennung mehr Schadstoffe und Ruß frei. Eine saubere Verbrennung erkennen Sie daran, dass fast nur weiße, feine Asche übrigbleibt. Wenn sich durch eine unvollständige Verbrennung Glanzruß an den Innenwänden des Ofens und im Schornstein sammelt, drohen Schornsteinbrände!
Reinigen Sie den Ofen regelmäßig und entfernen Sie die ausgekühlte Asche und Rußpartikel aus dem Brennraum. Ein Aschesauger (*) mit guten Filtern erleichtert diese Arbeit und hält den Wohnraum sauber.

Geeignete Anzündhilfen zum Anfeuern des Kachelofens verwenden

Brennbare Flüssigkeiten haben im Kachelofen oder Kaminofen nichts verloren. Brandverletzungen und Schäden durch explosionsartige Verpuffung sind bei der Verwendung von Spiritus oder Benzin vorprogrammiert. Aber auch Zeitungspapier oder Karton eignen sich nicht zum Anzünden, denn Druckfarben und Klebstoffe setzen giftige Dämpfe frei und rauchen stark. Besser sind spezielle Anzünder für Kaminöfen und Kachelöfen, kleinere Holzstücke oder Kienspäne.

Der Kachelofen – Holzheizung mit Geschichte und Zukunft

Ob traditionell oder modern, als Zusatzheizung oder in Kombination mit Solarthermie im Niedrigenergiehaus: Kachelöfen üben eine ungebrochene Faszination aus und sind in Design und Technik auf der Höhe der Zeit. Dabei gilt das Heizen mit Holz als klimaneutral und moderne Öfen arbeiten durch einen hohen Wirkungsgrad und gute Abgaswerte umweltfreundlich. Am Ende ist die Entscheidung für einen Kachelofen aber immer auch eine emotionale. Für Liebhaber ist nichts so schön wie der Platz am warmen Kachelofen.

Kohlenmonoxid-Melder

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Sicherheitssteuerung

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Unterdruckwächter

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Aschesauger

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