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Neue Fenster: Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Hausbesitzer stehen irgendwann der Frage gegenüber, welche Fenster die richtigen sind, sei es zu Beginn des Hausbaus oder im Zuge einer Modernisierung oder Sanierung. Doch wie wählt man richtig? Die Auswahl ist riesig, da verliert man schnell die Übersicht. Dieser Artikel beantwortet Fragen und gibt Tipps bei der Auswahl der Fenster.

Welche Fenster sind für ein Haus geeignet und was ist zu beachten?

Fenster sind Bauteile am Haus, über die man sich gut Gedanken machen muss. Denn die verschiedenen Materialien bringen unterschiedliche Eigenschaften mit. Welches Fenster für ein Haus geeignet ist, hängt von der Bauweise, der Optik, aber auch dem Geldbeutel ab.

Was kosten eigentlich neue Fenster?

Die Fenster sind ein wichtiger Kostenfaktor beim Haus. Ihr Preis hängt ab von Material, Verarbeitungsqualität und Stil. Schlichte Kunststofffenster sind im Baumarkt oder im Internet schon sehr günstig zu haben, während Aluminiumfenster und Holzfenster teurer sind. Ein günstiges zweiflügeliges Fenster ist somit schon ab etwa 160 € erhältlich, ein einflügeliges ab 70 €. Nach oben sind dem Preis fast keine Grenzen gesetzt. Schon mit einer Dreifachverglasung wird das Fenster etwas teurer. Aber im Gegensatz zu Aluminiumfenstern, die schnell 300 € oder mehr kosten, sind Kunststofffenster tatsächlich sehr günstig.

Welches Fenster aber das richtige ist, hängt vom Haus ab. Für Neubauten sind Fenster mit Dreifachverglasung geeignet. Für Altbauten, deren Wände schlecht gedämmt sind, kommen wegen der Schimmelgefahr Fenster mit Zweifachverglasung in Frage. Auch zum Stil eines Hauses sollte das Fenster passen. Holzfenster machen sich gut an einem Haus mit Holzfassade, passen aber ebenso – naturbelassen oder farbig gestrichen – in eine verputze Fassade. Alu- und Kunststofffenster dagegen wirken schlicht und modern.

Ein weiterer Kostenfaktor ist der Aufbau der Fenster. Es gibt neben den einflügeligen Fenstern zwei- und mehrflügelige Fenster mit einem Mittelpfosten, der beim Öffnen sichtbar ist. Eine weitere Lösung ist ein Fenster mit Stulp, das komplett geöffnet werden kann, denn der Mittelpfosten ist dann in einen Fensterflügel integriert. Auch Zierelemente wie Fensterkreuze und Griff haben Einfluss auf die Kosten.

Zusätzlich kostet ein erhöhter Einbruchschutz, der sich aber je nach Lage der Immobilie lohnt. Geringe Kosten erzeugt ein Aufhebelschutz mit Pilzkopfverriegelung. Will man hingegen einen höheren Einbruchschutz (dieser wird in Widerstandsklassen oder „RC resistance class“ eingeteilt) macht sich das deutlich bemerkbar. Auch die Scheiben können dabei einbruchhemmend ausgeführt werden.

Sollen zusätzlich erhöhte Schallschutzanforderungen eingehalten werden, können je nach Schalldämmmaß 20-150 % Zulage auf den Fensterpreis erfolgen.

Auch die mit dem Fenster verbundenen Produkte wie Rollladenkasten, Rollladenpanzer, Griffolive, Fensterbank und Rollladenbetätigung, kosten je nach Ausführung unterschiedlich viel. Hier gilt es sich im Detail zu informieren und genau zu kalkulieren.

Die Qual der Materialwahl: Fenster aus Kunststoff, Aluminium oder Holz

Eine Auswahl von verschiedenen Fenstern
Die unterschiedlichen Materialien bei Fenstern bringen unterschiedliche Eigenschaften bezüglich Optik, Schallschutz, Dämmeigenschaft und Stabilität mit. © stock.adobe.com / #51329214 / FrankBoston

Doch worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen den drei genannten Materialien Kunststoff, Holz und Aluminium? Bei der Wahl des Materials ist auf die unterschiedlichen Eigenschaften zu achten: die Optik, der Schallschutz, die Dämmeigenschaften und die Stabilität.

Der Vorteil von Kunststofffenstern besteht darin, dass sie vor allem günstig sind. Zudem lassen sie sich ohne großen Aufwand in speziellen Formen herstellen. Runde Fenster oder Fenster mit Rundbogen sind z. B. leicht herzustellen, da der Kunststoff im erhitzten, also weichen Zustand verarbeitet wird. Kunststofffenster haben gute Dämmeigenschaften. Sie haben aber auch einen Nachteil: bei großen Temperaturschwankungen können sie sich verziehen. Je größer die Fenster also sind, desto größer wird dann das Problem, dass die Fensterdichtung nicht mehr richtig passt oder die Fensterflügel klemmen.

Alufenster dagegen verziehen sich nicht, denn das Metall ist formstabil und es ist resistent gegen Witterungseinflüsse. Da Aluminium so langlebig ist, ist es das teuerste Fensterbaumaterial. Bei einigen Fenstern aus Aluminium werden die Hohlräume gedämmt. Die Dämmeigenschaften sind jedoch nicht ganz so gut wie bei Kunststofffenstern.

Holzfenster sind die Fenster, die am meisten Pflege benötigen. Sie müssen z. B. regelmäßig gestrichen werden, damit das natürliche Material keinen Schaden nimmt. Der Vorteil ist aber, dass sie eine warme Atmosphäre schaffen. Holzfenster haben zudem hervorragende Dämmeigenschaften. Je nach Holzart sind die Fenster mehr oder weniger witterungsbeständig oder stabil. Holzfenster lassen viel Raum zur Gestaltung. Sie können je nach Design und Farbe sowohl modern als auch rustikal wirken und passen damit in jedes Gebäude.

Es gibt eine vierte Lösung für Fenster, die die besten Eigenschaften zweier Materialien verbindet: Holz-Aluminiumfenster oder Kunststoff-Aluminiumfenster. In diesem Fall ist der Holz- oder Kunststoffrahmen außen mit Aluminium abgedeckt. Das heißt, in den Wohnräumen herrscht der gleiche Effekt wie bei Holz- oder Kunststofffenstern, im Außenbereich jedoch schützt das Aluminium den Holz- oder Kunststoffrahmen vor der Witterung. Die Dämmeigenschaften dieser Fenster sind hervorragend.

Kritische Anschlüsse: Fensterbank und Rollladenkasten

Zwei Arbeiter montieren eine Rollladenkasten
Beim Anschluss von Rollladenkästen und Fensterbänken muss besonders sorgfältig gearbeitet werden. © stock.adobe.com / #248119777 / U.-J. Alexander

Ein Fenster besteht nicht nur aus der Scheibe und dem Rahmen, oft gehören eine Fensterbank und ein Rollladen dazu. Wie für alle Bauteile gibt es auch dafür Normen und Richtlinien. Eine Regel ist, dass das Fenster und alle Anschlüsse von außen schlagregendicht und von innen luftdicht sein müssen. Ein Rollladen bringt Vorteile in puncto Sichtschutz und Sicherheit. Aber der Rollladenkasten ist auch eine Schwachstelle am Fenster, wenn er nicht richtig gedämmt und abgedichtet ist. Möglich sind Unterputzrollläden, deren Kasten unter der verputzten Oberfläche liegt, oder Vorbaurollläden, die sichtbar auf der Gebäudefassade montiert sind. Wichtig ist, dass sie über ein gutes Dichtsystem verfügen. Dringt z. B. Wasser von außen ein oder sammelt sich Kondenswasser an, kann der Rollladen bei sehr niedrigen Temperaturen festfrieren oder es kommt zur Schimmelbildung im Laibungsbereich der Wände. Der Rollladenpanzer kann aus Kunststoff oder Aluminium bestehen, wobei die Ausführung aus Aluminium die deutlich höherwertigere ist.

Ein weiterer kritischer Punkt am Fenster ist der Anschluss der Fensterbank. Je nach Material, Länge und Tiefe der Fensterbank können Probleme auftreten. Bei der Fensterbank ist im Außenbereich auf jeden Fall zu beachten, dass das Wasser gut ablaufen kann und sich nicht in den Ecken sammelt. Eine Neigung von 5° ist optimal. Ebenso wichtig ist, dass die Abdichtung zum Fenster hin aus dem richtigen Material besteht. Bei der Wahl des Materials für die Fensterbank ist vor allem die Witterungsbeständigkeit wichtig. Holz eignet sich aus diesem Grund nicht, es verzieht sich und bekommt Risse und lässt deshalb auch keine saubere Abdichtung zu. Stein und Metall dagegen sind beständig und neigen nicht dazu, sich zu verziehen. Fensterbänke aus Stein oder Aluminium verleihen dem Fenster auch eine hochwertige Optik. Oft werden Fensterbänke aus Aluminium verwendet. Durch seitliche Aufkantungen können sie optimal an der Fassade angeschlossen werden.

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