
Erstelldatum: 22.07.2026
Kalte Gebäudeecken, auffällige Fensteranschlüsse, ungedämmte Betonbauteile oder feuchtegefährdete Wandoberflächen lassen sich mit einem Infrarotmessgerät schnell untersuchen. Für eine fachgerechte Bewertung reicht die Oberflächentemperatur allein jedoch nicht aus.

Entscheidend sind vier Größen:
- Oberflächentemperatur
- Lufttemperatur
- relative Luftfeuchtigkeit
- daraus berechnete Taupunkttemperatur
Ein geeignetes Taupunktmessgerät verbindet diese Messgrößen und zeigt an, wie nahe eine untersuchte Oberfläche am Taupunkt liegt. Professionelle Geräte bieten darüber hinaus eine bessere Messoptik, einen einstellbaren Emissionsgrad, externe Temperaturfühler sowie Möglichkeiten zur Speicherung und Dokumentation der Messwerte.
Für diesen Vergleich wurden zwölf Geräte anhand einer vollständig nachvollziehbaren Bewertungsmatrix untersucht. Der Schwerpunkt liegt auf der baupraktischen Anwendung bei Wärmebrücken, Schimmelrisiken und Feuchteschäden. Zusätzlich wurde berücksichtigt, dass IR-Messgeräte im Bauwesen auch an Fassaden, Flachdächern, Heizflächen und technischen Anlagen eingesetzt werden.
Das Ergebnis in Kürze
Testsieger: testo 835-H1
Das testo 835-H1 erreicht 89,5 von 100 Punkten und damit die Testnote 1,6 – gut. Es überzeugt mit einer hohen IR-Genauigkeit, einer 50:1-Optik, einer sehr guten Raumklimasensorik, einem Anschluss für externe Temperaturfühler und einer außergewöhnlich umfangreichen Herstellerdokumentation.
Kauftipp für Bauleiter: Bosch GIS 1000 C Professional
Der Bosch GIS 1000 C erreicht 89,1 Punkte und die Testnote 1,7 – gut. Er liegt nur 0,45 Punkte hinter dem Testsieger. Kamera, Bluetooth, Messwertspeicher, 50:1-Optik, einstellbare reflektierte Temperatur und Typ-K-Anschluss machen ihn besonders vielseitig für Baustellen, Qualitätskontrollen und Dokumentationen.
Preis-Leistungs-Sieger: Laserliner CondenseSpot Plus
Der CondenseSpot Plus erzielt 73,6 Punkte und die Testnote 2,9 – befriedigend. Für rund 99 Euro bietet er eine gute IR-Genauigkeit im entscheidenden Temperaturbereich, einen frei einstellbaren Emissionsgrad sowie eigene Wärmebrücken- und Taupunktmodi.
Kauftipp unter 100 Euro: Bosch AdvancedTemp
Der Bosch AdvancedTemp erreicht 69,5 Punkte und die Testnote 3,2 – befriedigend. Das Gerät ist unkompliziert, solide dokumentiert und mit guten Sensoren für Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit ausgestattet. Der Emissionsgrad ist allerdings nur eingeschränkt anpassbar.
Die Rangliste
Preisstand: 22. Juli 2026. Berücksichtigt wurden reguläre Bruttopreise für Neuware. Versandkosten, individuelle Gutscheine, Mitgliedschaftsrabatte, B-Ware und Gebrauchtgeräte wurden nicht angesetzt.
| Rang | Gerät | Punkte | Testnote | Urteil | Richtpreis |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | testo 835-H1 | 89,5 | 1,6 | gut | ca. 381,98 € |
| 2 | Bosch GIS 1000 C Professional | 89,1 | 1,7 | gut | ca. 291,80 € |
| 3 | Laserliner CondenseSpot XP | 79,6 | 2,5 | befriedigend | ca. 199,22 € |
| 4 | GANN BL Compact TF-IR 2 | 76,8 | 2,7 | befriedigend | ca. 327,89 € |
| 5 | Laserliner CondenseSpot Pro | 73,8 | 2,9 | befriedigend | ca. 132,99 € |
| 6 | Laserliner CondenseSpot Plus | 73,6 | 2,9 | befriedigend | ca. 99,00 € |
| 7 | Bosch AdvancedTemp | 69,5 | 3,2 | befriedigend | ca. 79,95 € |
| 8 | Testboy TV 328 | 68,4 | 3,3 | befriedigend | ca. 152,27 € |
| 9 | PCE-675 | 68,0 | 3,3 | befriedigend | ca. 87,60 € |
| 10 | Trotec BP25 | 38,7 | 5,0 | mangelhaft | ca. 37,99 € |
| 11 | TFA Schimmeldetektor 31.1141 | 36,7 | 5,1 | mangelhaft | ca. 46,79 € |
| 12 | Voltcraft IR-SCAN-350RH/2 | 26,0 | 5,5 | ungenügend | ca. 57,79 € |
Die BauMigo-Bestenliste der Taupunktmessgeräte
Wer hat den Vergleich erstellt?
Der Vergleich wurde von einem Bauingenieur erstellt, der Infrarotmessgeräte regelmäßig bei der Untersuchung von Wärmebrücken, Feuchteschäden und auffälligen Oberflächentemperaturen einsetzt.
Einige der verglichenen Geräte befinden sich im eigenen Bestand und wurden bereits praktisch eingesetzt. Bei den übrigen Modellen beruht die Bewertung auf technischen Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, offiziellen Herstellerseiten und einer einheitlichen mathematischen Bewertungsmatrix.
Der Vergleich ist daher kein standardisierter Labortest, bei dem sämtliche zwölf Geräte unter kontrollierten Bedingungen gegeneinander gemessen wurden. Er verbindet praktische Erfahrung mit IR-Messungen mit einer transparenten und reproduzierbaren Auswertung der veröffentlichten technischen Daten.
Die Ergebnisse zeigen somit nicht die tatsächlich nachgemessene Abweichung eines einzelnen Exemplars. Bewertet wurde, welche Genauigkeit der jeweilige Hersteller dokumentiert und wie gut das Gerät aufgrund seiner technischen Eigenschaften für typische Anwendungen im Bauwesen geeignet ist.
So wurde bewertet
Die Gesamtnote setzt sich aus sieben Kriterien zusammen:
| Kriterium | Gewichtung |
|---|---|
| IR-Messgenauigkeit bei 5, 10, 15 und 20 °C | 38 % |
| Genauigkeit der Lufttemperatur | 15 % |
| Genauigkeit der relativen Luftfeuchtigkeit | 15 % |
| optische Auflösung | 10 % |
| Emissionsgrad und Referenzmessung | 12 % |
| Herstellerdokumentation und Anwendungshilfen | 5 % |
| erweiterter Baubereich von etwa −10 bis 80 °C | 5 % |
Warum wurden 5, 10, 15 und 20 °C bewertet?
Bei der Untersuchung einer Wärmebrücke ist nicht entscheidend, ob ein Messgerät theoretisch 500 oder 1.000 °C erfassen kann. Entscheidend ist die Messgenauigkeit bei kalten Innenoberflächen.
Die vier Referenzpunkte wurden deshalb so gewichtet:
| Temperatur | Baupraktische Bedeutung | Anteil innerhalb der IR-Wertung |
|---|---|---|
| 5 °C | extreme Wärmebrücke, Altbau oder unbeheizter Bereich | 20 % |
| 10 °C | sehr kalte und regelmäßig kritische Oberfläche | 30 % |
| 15 °C | zentraler Bereich für Feuchte- und Schimmelbewertungen | 30 % |
| 20 °C | normale bis weitgehend unkritische Innenoberfläche | 20 % |
Die Temperaturen 10 und 15 °C haben den größten Einfluss, weil sie bei Untersuchungen beheizter Gebäude besonders relevant sind. Die 5 °C bleiben enthalten, weil solche Oberflächentemperaturen bei extremen Wärmebrücken, alten Rollladenkästen, ungedämmten Stahlbetonbauteilen und in unbeheizten Gebäudebereichen durchaus vorkommen können.
Grenztemperatur bei 20 °C
Bei einigen Geräten treffen genau bei 20 °C zwei Genauigkeitsbereiche aufeinander. In diesen Fällen wurde die ungünstigere dokumentierte Abweichung angesetzt.
Damit wird verhindert, dass ein Gerät allein deshalb besser abschneidet, weil bei der Grenztemperatur die günstigere von zwei Herstellerangaben ausgewählt wird.
Sonderfall GANN bei 5 °C
GANN nennt für den IR-Sensor eine typische Genauigkeit von ±0,5 °C im Bereich von 10 bis 60 °C. Für 5 °C ist keine konkrete Genauigkeit angegeben. Der Messbereich des Sensors beginnt allerdings bereits bei −40 °C.
Eine Übernahme der ±0,5 °C bei 5 °C wäre zu optimistisch. Eine vollständige Nullwertung wäre ebenfalls unverhältnismäßig, weil eine fehlende Datenblattangabe nicht automatisch bedeutet, dass das Gerät dort unbrauchbar misst.
Deshalb wurde bei 5 °C redaktionell eine Abweichung von ±1,0 °C angesetzt. Diese Annahme ist konservativer als der typische Herstellerwert und ausdrücklich keine Herstellerangabe. Für 10, 15 und 20 °C wurden die von GANN genannten typischen ±0,5 °C verwendet.
Erweiterter Baubereich von −10 bis 80 °C
IR-Messgeräte werden im Bauwesen nicht nur für Taupunktuntersuchungen verwendet. Weitere Einsatzgebiete sind:
- winterlich kalte Fassaden
- stark besonnte Außenbauteile
- Flachdächer und Dachabdichtungen
- Heizkörper und Heizleitungen
- technische Anlagen
- Maschinen und elektrische Bauteile
Dieser Bereich beeinflusst die Gesamtnote mit fünf Prozent. Damit werden vielseitige Geräte leicht aufgewertet, ohne den Schwerpunkt auf die Wärmebrücken- und Taupunktdiagnostik zu verwässern.
Externe Temperaturfühler
Ein externer Fühler führt nicht zu einem pauschalen Bonus außerhalb der Bewertung. Seine Möglichkeiten fließen in das Kriterium „Emissionsgrad und Referenzmessung“ ein.
Berücksichtigt werden:
- freie Einstellung des Emissionsgrades
- Einstellung der reflektierten Temperatur
- Anschlussmöglichkeit für Kontaktfühler
- gemeinsame Auswertung von IR- und Kontakttemperatur
- Möglichkeit zur Bestimmung eines unbekannten Emissionsgrades
Herstellerdokumentation
Bewertet wurde nicht mehr nur die zufällig vorliegende PDF-Anleitung, sondern die gesamte öffentlich zugängliche Herstellerdokumentation.
Die Dokumentationsnote setzt sich zusammen aus:
| Teilkriterium | maximal |
|---|---|
| vollständige deutschsprachige Bedienungsanleitung | 3,0 Punkte |
| technische Daten und Genauigkeitsangaben | 2,0 Punkte |
| Praxis- und Anwendungshinweise | 1,5 Punkte |
| Kurzanleitung, FAQ oder Wissensbereich | 1,0 Punkt |
| offizielle Videos oder Tutorials | 1,0 Punkt |
| Software, App oder ergänzende Dokumente | 1,0 Punkt |
| Auffindbarkeit und Aktualität | 0,5 Punkte |
Testo und Bosch GIS erreichen jeweils die volle Dokumentationspunktzahl. Testo bietet neben Bedienungs- und Kurzanleitung auch EasyClimate-Unterlagen und eine mehrteilige offizielle Videoanleitung. Bosch ergänzt die Anleitung durch Quickstart-Unterlagen, Anwendungswissen, Videos und die ThermalOn-Anbindung.
Testnoten
Die ungerundete Punktzahl bleibt das eigentliche technische Ergebnis. Für die Testnote wird sie kaufmännisch auf ganze Punkte gerundet.
Beispiel: 89,5 Punkte → 90 Punkte → Testnote 1,6 → gut
Die Notenbereiche lauten:
| Punkte | Urteil |
|---|---|
| 92–100 | sehr gut |
| 81–91 | gut |
| 67–80 | befriedigend |
| 50–66 | ausreichend |
| 30–49 | mangelhaft |
| 0–29 | ungenügend |
Der Testsieger erhält somit trotz hoher Punktzahl kein „sehr gut“. Das ist kein Fehler, sondern Folge des bewusst anspruchsvollen Notenschlüssels.
Die zwölf Geräte im Einzeltest
Platz 1: testo 835-H1
89,5 Punkte | Testnote 1,6 | gut
Preis: ca. 381,98 Euro
Auszeichnung: Testsieger
Das testo 835-H1 gewinnt den Vergleich mit einem knappen Vorsprung von rund 0,45 Punkten vor dem Bosch GIS 1000 C.
Im für Wärmebrücken relevanten Bereich von 0 bis 99,9 °C gibt Testo eine IR-Genauigkeit von ±1 °C an. Damit erreicht das Gerät bei 5, 10, 15 und 20 °C durchgehend eine hohe Bewertung.
Besonders stark ist die Erfassung des Raumklimas. Die Lufttemperatur wird mit ±0,5 °C und die relative Luftfeuchtigkeit mit ±2 Prozentpunkten angegeben. Da aus beiden Größen der Taupunkt berechnet wird, ist die gute Klima-Sensorik ein wichtiger Vorteil.
Die 50:1-Optik ermöglicht gezielte Messungen aus größerer Entfernung. Der Vierpunktlaser markiert den Messbereich. Hinzu kommen eine integrierte Emissionsgradbestimmung, ein Speicher für Messwerte und Messorte sowie die Auswertung mit der Software EasyClimate.
Über den Typ-K-Anschluss lassen sich unterschiedliche externe Fühler verwenden, darunter Oberflächenfühler, Magnetfühler, Rohranlegefühler und Fühler für schwer erreichbare Stellen. Das macht das Gerät deutlich vielseitiger als reine Taupunktscanner.
Auch die Herstellerdokumentation gehört zur Spitze des Vergleichs. Neben Datenblatt, Bedienungsanleitung und Kurzanleitung stehen Softwareunterlagen und eine mehrteilige Videoanleitung zur Verfügung.
Wichtig ist die richtige Einordnung der von Testo beworbenen „Oberflächenfeuchtemessung“: Das Gerät misst nicht direkt den Feuchtegehalt eines Baustoffs. Es ermittelt aus Raumklima und Oberflächentemperatur eine relative Oberflächenfeuchte beziehungsweise einen Taupunktabstand.
Stärken: Sehr gute Raumklimasensorik, hohe IR-Genauigkeit, 50:1-Optik, Emissionsgradbestimmung, zahlreiche externe Fühler, Speicher, Software und hervorragende Dokumentation.
Schwächen: Höchster Preis im Vergleich, relativ großes Gehäuse und für einfache Kontrollmessungen möglicherweise überdimensioniert.
Fazit: Das testo 835-H1 ist das fachlich vollständigste System für Anwender, die Raumklima, IR-Messung, Kontaktmessung und Dokumentation professionell miteinander verbinden möchten.
Platz 2: Bosch GIS 1000 C Professional
89,1 Punkte | Testnote 1,7 | gut
Preis: ca. 291,80 Euro
Auszeichnung: Kauftipp für Bauleiter
Der Bosch GIS 1000 C liegt praktisch auf Augenhöhe mit dem Testsieger. Der Rückstand ist so gering, dass beide Geräte technisch derselben Spitzengruppe zuzuordnen sind.
Zwischen 0 und 100 °C beträgt die dokumentierte IR-Genauigkeit ±1 °C. Die Lufttemperatur wird mit ±1 °C angegeben. Für die relative Luftfeuchtigkeit gelten im mittleren Bereich ±2 Prozentpunkte.
Die 50:1-Optik ist für Messungen an Fassaden, Deckenanschlüssen und schwer erreichbaren Bauteilen sehr gut geeignet. Im Gegensatz zu einer 12:1-Optik bleibt der Messfleck auch bei größerer Entfernung vergleichsweise klein.
Der Bosch bietet einen Typ-K-Anschluss, eine Kamera, internen Bildspeicher, Bluetooth und USB. Mehr als 200 Bilder lassen sich intern speichern. Messungen können dadurch direkt einem Bauteil oder Schadensbild zugeordnet werden.
Besonders wertvoll ist die Möglichkeit, neben dem Emissionsgrad auch die reflektierte Temperatur einzustellen. Bosch weist ausdrücklich darauf hin, dass korrekte Messungen nur möglich sind, wenn sowohl der Emissionsgrad als auch die reflektierte Temperatur passend eingestellt wurden.
Warum erhält der Bosch den Kauftipp für Bauleiter? Auf Baustellen ist nicht nur die maximale Messgenauigkeit wichtig. Ebenso relevant sind:
- schnelle Dokumentation
- Zuordnung der Messwerte zu Bildern
- Messungen an höher gelegenen Bauteilen
- Einsatz an Fassaden und technischen Anlagen
- robuste Bedienung
- Datenübertragung
- Nutzung vorhandener Bosch-12-V-Akkus
Stärken: Hohe Genauigkeit, 50:1-Optik, Kamera, Speicher, Bluetooth, Typ-K-Anschluss, reflektierte Temperatur und sehr gute Dokumentation.
Schwächen: Größer und schwerer als einfache Taupunktscanner. Der Funktionsumfang verlangt etwas Einarbeitung.
Fazit: Der GIS 1000 C ist das vielseitigste Baustellengerät im Vergleich und deshalb der Kauftipp für Bauleiter, Qualitätskontrolleure und baubegleitende Sachverständige.
Platz 3: Laserliner CondenseSpot XP
79,6 Punkte | Testnote 2,5 | befriedigend
Preis: ca. 199,22 Euro
Der CondenseSpot XP ist das leistungsfähigste Laserliner-Gerät im Vergleich. Er verbindet eine gute IR-Genauigkeit mit einer deutlich besseren Optik als die Modelle Pro und Plus.
Bei 5, 10, 15 und 20 °C wurde jeweils eine IR-Abweichung von ±1 °C angesetzt. Die Umgebungstemperatur wird mit ±1 °C und die relative Luftfeuchtigkeit mit ±3 Prozentpunkten bewertet.
Die 30:1-Optik ist ein sinnvoller Mittelweg zwischen den 12:1-Geräten und den 50:1-Spitzenmodellen. Damit lassen sich kleinere Bauteilbereiche auch aus mittleren Entfernungen gezielter untersuchen.
Der CondenseSpot XP besitzt einen Typ-K-Anschluss, Speicherfunktionen und eine digitale Verbindung zur Übertragung von Messwerten. Neben der IR-Oberflächentemperatur können die relevanten Klimadaten erfasst und der Taupunkt berechnet werden. Wärmebrücken und kondensationsgefährdete Bereiche lassen sich direkt bewerten.
Die Herstellerdokumentation ist vollständig und technisch gut. Im Vergleich zu Bosch und Testo fehlen jedoch umfangreichere produktspezifische Videos, Wissensbereiche und zusätzliche professionelle Schulungsangebote.
Stärken: Gute IR-Genauigkeit, 30:1-Optik, Typ-K-Anschluss, Speicher, digitale Verbindung und frei einstellbarer Emissionsgrad.
Schwächen: Klima-Sensorik schwächer als bei Testo, Bosch und GANN. Preislich bereits deutlich über Pro und Plus.
Fazit: Der CondenseSpot XP ist eine gute Mittelklasse für Anwender, die eine bessere Optik und Kontaktmessung benötigen, aber kein vollständiges Profi-System kaufen möchten.
Platz 4: GANN BL Compact TF-IR 2
76,8 Punkte | Testnote 2,7 | befriedigend
Preis: ca. 327,89 Euro
Die GANN Hydromette erzielt bei der Raumklimamessung die besten veröffentlichten Sensorwerte des Vergleichs.
GANN nennt:
- Lufttemperatur typisch ±0,2 °C
- relative Luftfeuchtigkeit typisch ±1,8 Prozentpunkte
- IR-Oberflächentemperatur typisch ±0,5 °C zwischen 10 und 60 °C
Diese Werte sind hervorragend. Sie werden vom Hersteller allerdings ausdrücklich als typische Sensor-Genauigkeiten bezeichnet und sind deshalb nicht vollständig mit garantierten maximalen Toleranzen anderer Hersteller vergleichbar.
Für den Punkt bei 5 °C wurde, wie in der Methodik erläutert, eine redaktionelle Abweichung von ±1,0 °C angesetzt.
Der Emissionsgrad ist von 20 bis 100 Prozent einstellbar. Die Anleitung enthält ausführliche Hinweise zu problematischen Metalloberflächen und empfiehlt spezielle Aufkleber mit einem Emissionsgrad von 95 Prozent.
Der entscheidende Nachteil ist die Optik von etwa 6:1. Bei größerer Entfernung wächst der Messfleck schnell. Das Gerät eignet sich deshalb besser für Messungen aus kurzer Entfernung als für gezielte Fassadenmessungen.
Die Herstellerdokumentation ist sehr gut. GANN bietet eine ausführliche Bedienungsanleitung, eine Kurzanleitung, umfangreiche Anwendungshinweise und Möglichkeiten zur computergestützten Auswertung.
Stärken: Hervorragende angegebene Klima-Sensorik, sehr gute IR-Angabe zwischen 10 und 60 °C, umfangreiche Klimafunktionen und professionelle Dokumentation.
Schwächen: Nur typische Genauigkeitsangaben, redaktionelle Annahme bei 5 °C, schwache 6:1-Optik und hoher Preis.
Fazit: Die GANN Hydromette ist vor allem ein starkes Raumklimamessgerät mit zusätzlicher IR-Funktion. Für präzise Nahbereichsuntersuchungen ist sie überzeugend, für größere Messabstände weniger.
Platz 5: Laserliner CondenseSpot Pro
73,8 Punkte | Testnote 2,9 | befriedigend
Preis: ca. 132,99 Euro
Der CondenseSpot Pro bietet im relevanten Bereich von 0 bis 30 °C eine IR-Genauigkeit von ±1 °C. Die Umgebungstemperatur wird mit ±1 °C angegeben. Bei der relativen Luftfeuchtigkeit gelten im mittleren Bereich ±3 Prozentpunkte.
Der Emissionsgrad kann vollständig zwischen 0,01 und 1,00 eingestellt werden. Das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber Geräten mit festem Emissionsgrad oder lediglich drei vorgegebenen Stufen.
Zur Ausstattung gehören:
- Taupunktberechnung
- Wärmebrückenalarm
- Kondensationsalarm
- Minimum- und Maximum-Anzeige
- digitale Verbindung
- 8-Punkt-Laserkreis
Die Optik von 12:1 reicht für die meisten Innenraummessungen aus. Bei größeren Entfernungen oder kleinen Bauteildetails ist sie jedoch deutlich schwächer als die 30:1- und 50:1-Geräte.
Stärken: Gute IR-Genauigkeit, frei einstellbarer Emissionsgrad, digitale Verbindung und sinnvolle Alarmfunktionen.
Schwächen: Nur 12:1-Optik und kein Anschluss für einen externen Kontaktfühler.
Fazit: Der CondenseSpot Pro ist ein solides Gerät für regelmäßige Innenraummessungen und einfache digitale Dokumentationen.
Platz 6: Laserliner CondenseSpot Plus
73,6 Punkte | Testnote 2,9 | befriedigend
Preis: ca. 99,00 Euro
Auszeichnung: Preis-Leistungs-Sieger
Der CondenseSpot Plus liegt nur 0,25 Punkte hinter dem Pro, kostet aber rund 34 Euro weniger. Damit gewinnt er die Preis-Leistungs-Wertung.
Im Temperaturbereich von 0 bis 30 °C gelten ±1 °C oder ±1 Prozent, wobei der größere Wert anzusetzen ist. Bei den vier Referenztemperaturen ergibt sich jeweils eine Abweichung von ±1 °C.
Die Umgebungstemperatur wird mit ±1 °C und die relative Luftfeuchtigkeit mit ±3 Prozentpunkten bewertet.
Der Emissionsgrad lässt sich über gespeicherte Werte schnell auswählen und zusätzlich präzise zwischen 0,01 und 1,00 einstellen. Das ist in dieser Preisklasse bemerkenswert.
Taupunkt- und Wärmebrückenmodus sind direkt integriert. Ein Balken sowie die Anzeigen LOW, CHK und HI unterstützen die Orientierung bei der Untersuchung.
Die 12:1-Optik bleibt der wesentliche Kompromiss. Für Innenraummessungen aus kurzer Entfernung genügt sie. Für kleine Wärmebrücken aus mehreren Metern Entfernung ist sie nicht geeignet.
Stärken: Gute Genauigkeit, frei einstellbarer Emissionsgrad, Taupunkt- und Wärmebrückenmodus und attraktiver Preis.
Schwächen: 12:1-Optik, kein Kontaktfühler und keine umfassende professionelle Messwertverwaltung.
Fazit: Für private Bauherren, Hausverwaltungen, Energieberater und als Zweitgerät für Sachverständige bietet der CondenseSpot Plus das beste Verhältnis aus Preis und technischer Leistung.
Platz 7: Bosch AdvancedTemp
69,5 Punkte | Testnote 3,2 | befriedigend
Preis: ca. 79,95 Euro
Auszeichnung: Kauftipp unter 100 Euro
Der Bosch AdvancedTemp ist das unkomplizierteste Bosch-Gerät im Vergleich. Die IR-Genauigkeit beträgt zwischen 0 und 100 °C ±1,5 °C.
Die Umgebungstemperatur wird mit ±1 °C und die relative Luftfeuchtigkeit im mittleren Bereich mit ±2 Prozentpunkten angegeben. Damit ist die Klima-Sensorik besser als bei mehreren teureren Geräten.
Die Optik beträgt 12:1. Der Oberflächentemperaturbereich reicht von −30 bis 500 °C, wodurch sich das Gerät auch für Heizkörper, Leitungen und erwärmte Bauteile eignet.
Der wesentliche Nachteil ist die Emissionsgradeinstellung. Statt eines frei wählbaren Zahlenwerts arbeitet der AdvancedTemp mit drei Materialgruppen von ungefähr 0,95, 0,85 und 0,75. Das erleichtert die Bedienung, begrenzt aber die fachliche Anpassung an unterschiedliche Oberflächen.
Die Herstellerdokumentation ist sehr umfangreich und umfasst ein vollständiges Handbuch, Schnellstartinformationen und zusätzliche Anwendungshilfen.
Stärken: Gute Klima-Sensorik, einfache Bedienung, großer Temperaturbereich, sehr gute Dokumentation und niedriger Preis.
Schwächen: Nur drei Emissionsgradstufen, 12:1-Optik und kein externer Fühler.
Fazit: Der AdvancedTemp ist der beste Kauftipp unter 100 Euro für Anwender, die ein unkompliziertes Allroundgerät suchen.
Platz 8: Testboy TV 328
68,4 Punkte | Testnote 3,3 | befriedigend
Preis: ca. 152,27 Euro
Das Testboy TV 328 ist ausdrücklich für Taupunkt-, Schimmel- und Wärmebrückenuntersuchungen vorgesehen.
Die Genauigkeitsangaben überschneiden sich:
- 10 bis 30 °C: ±1 Prozent oder ±1 °C
- −10 bis 90 °C: ±3 Prozent oder ±3 °C
Für 10, 15 und 20 °C wurde die spezielle günstigere Angabe von ±1 °C angesetzt. Bei 5 °C gilt die allgemeinere Abweichung von ±3 °C.
Die Umgebungstemperatur wird mit typisch ±1 °C angegeben. Für die relative Luftfeuchtigkeit gelten im mittleren Bereich ±2 Prozentpunkte.
Der Emissionsgrad kann lediglich auf 0,75, 0,85 oder 0,95 eingestellt werden. Die Optik beträgt 12:1. Das Gerät besitzt eigene Wärmebrücken- und Schimmelwarnmodi.
Die Anleitung ist ausführlich und weist unter anderem darauf hin, dass das Gerät nach einem abrupten Temperaturwechsel etwa 30 Minuten zur Akklimatisierung benötigt.
Stärken: Gute Werte zwischen 10 und 30 °C, ordentliche Luftfeuchtemessung und direkt nutzbare Warnmodi.
Schwächen: Ungünstige Genauigkeit bei 5 °C, überlappende Spezifikationen, nur drei Emissionsgradstufen und 12:1-Optik.
Fazit: Das TV 328 ist für orientierende Untersuchungen gut brauchbar, bietet für seinen Preis aber weniger Einstellmöglichkeiten als die Laserliner-Modelle.
Platz 9: PCE-675
68,0 Punkte | Testnote 3,3 | befriedigend
Preis: ca. 87,60 Euro
Das PCE-675 bietet für seinen Preis einen großen Funktionsumfang. Es misst:
- IR-Oberflächentemperatur
- Lufttemperatur
- relative Luftfeuchtigkeit
- Taupunkttemperatur
- Feuchtkugeltemperatur
- Temperatur über einen Typ-K-Fühler
Oberhalb von 0 °C gilt für die IR-Messung ±1,5 Prozent oder ±2 °C, wobei der größere Wert zählt. Bei 5, 10, 15 und 20 °C wurden deshalb jeweils ±2 °C verwendet.
Die Umgebungstemperatur wird zwischen 0 und 40 °C mit ±1 °C angegeben. Bei der relativen Luftfeuchtigkeit gelten zwischen 35 und 75 Prozent ±3 Prozentpunkte.
Der Typ-K-Anschluss ist in dieser Preisklasse ein echter Vorteil. Er ermöglicht eine Kontaktmessung zur Kontrolle oder Ergänzung der IR-Messung.
Stärken: Niedriger Preis, Typ-K-Anschluss, zahlreiche Messfunktionen und großer Temperaturbereich.
Schwächen: Nur durchschnittliche IR-Genauigkeit und mäßige Luftfeuchtegenauigkeit.
Fazit: Das PCE-675 ist ein vielseitiges Budgetgerät. Für möglichst präzise Wärmebrückenmessungen liegen die besser platzierten Modelle vorne.
Platz 10: Trotec BP25
38,7 Punkte | Testnote 5,0 | mangelhaft
Preis: ca. 37,99 Euro
Der Trotec BP25 ist ein günstiger Taupunktscanner mit einer für die Preisklasse guten 20:1-Optik.
Die dokumentierte IR-Genauigkeit beträgt von −50 bis 20 °C ±3,5 °C. Nach der festgelegten Grenzwertregel wurde dieser Wert auch bei genau 20 °C angesetzt.
Der Emissionsgrad ist fest auf 0,95 eingestellt. Die relative Luftfeuchtigkeit wird im mittleren Bereich mit ±3,5 Prozentpunkten angegeben.
Für die angezeigte Umgebungstemperatur enthält die ausgewertete technische Tabelle keine eigenständige Genauigkeitsangabe. Nach den Bewertungsregeln führt eine fehlende Angabe in diesem Kriterium zu null Punkten.
Die Herstellerdokumentation selbst ist gut und aktuell. Die schwache Gesamtnote entsteht nicht durch die Anleitung, sondern vor allem durch die dokumentierte Messgenauigkeit und den festen Emissionsgrad.
Stärken: Sehr niedriger Preis, 20:1-Optik, schnelle Warnanzeige und gute Dokumentation.
Schwächen: Hohe IR-Abweichung, fester Emissionsgrad und fehlende separate Lufttemperaturgenauigkeit.
Fazit: Der BP25 eignet sich als Such- und Warngerät. Für belastbare Zahlenwerte in Gutachten oder fachlichen Stellungnahmen ist er nur eingeschränkt geeignet.
Platz 11: TFA Schimmeldetektor 31.1141
36,7 Punkte | Testnote 5,1 | mangelhaft
Preis: ca. 46,79 Euro
Der TFA Schimmeldetektor ist einfach aufgebaut und richtet sich vor allem an private Nutzer.
Er misst Oberflächentemperatur, Raumklima und Taupunkt. Das Risiko wird über eine Ampelanzeige und einen Balken dargestellt.
Bis einschließlich 20 °C beträgt die dokumentierte IR-Abweichung ±3,5 °C. Oberhalb von 20 °C gilt eine günstigere Formel. Nach der Grenzwertregel wurde bei 20 °C die ungünstigere Toleranz verwendet.
Die relative Luftfeuchtigkeit wird im Bereich von 20 bis 80 Prozent mit ±3,5 Prozentpunkten angegeben. Der Emissionsgrad ist fest auf 0,95 eingestellt. Die Optik beträgt 12:1.
Eine separate Genauigkeit für die Umgebungstemperatur ist in den technischen Daten nicht ausgewiesen.
Stärken: Sehr einfache Bedienung, verständliche Ampelanzeige, Doppellaser und vollständige Anleitung.
Schwächen: Hohe IR-Abweichung, fester Emissionsgrad, 12:1-Optik und keine separate Lufttemperaturtoleranz.
Fazit: Das Gerät kann auffällige Bereiche lokalisieren. Für eine fachliche Ursachenanalyse reicht die dokumentierte Messgenauigkeit nicht aus.
Platz 12: Voltcraft IR-SCAN-350RH/2
26,0 Punkte | Testnote 5,5 | ungenügend
Preis: ca. 57,79 Euro
Der Voltcraft besitzt eine 20:1-Optik und ist damit hinsichtlich der Messfleckgröße besser ausgestattet als mehrere Geräte der Mittelklasse.
Die dokumentierte IR-Genauigkeit ist jedoch das entscheidende Problem. Von −50 bis einschließlich 20 °C beträgt sie ±5 °C. Damit gilt diese hohe Abweichung bei allen vier Referenztemperaturen.
Ein Messwert von beispielsweise 10 °C kann innerhalb der Herstellertoleranz zwischen 5 und 15 °C liegen. Für die Bewertung einer kritischen Innenoberfläche ist dieser Unsicherheitsbereich zu groß.
Der Emissionsgrad ist fest auf 0,95 eingestellt. Bei der relativen Luftfeuchtigkeit gelten im mittleren Bereich ±3,5 Prozentpunkte. Eine separate Lufttemperaturgenauigkeit ist nicht dokumentiert.
Stärken: 20:1-Optik, großer Temperaturbereich, Warnanzeige und vollständige Dokumentation.
Schwächen: Sehr hohe IR-Abweichung im entscheidenden Bereich, fester Emissionsgrad und keine separate Lufttemperaturtoleranz.
Fazit: Das Gerät kann große Temperaturunterschiede sichtbar machen. Für die genaue Einordnung kalter Innenoberflächen ist es nicht geeignet.
Warum der CondenseSpot Plus Preis-Leistungs-Sieger wird
Die Preis-Leistungs-Wertung wird nur für Geräte berechnet, die mindestens 70 ungerundete Gesamtpunkte erreichen. Dadurch wird verhindert, dass ein sehr günstiges, aber ungenaues Gerät allein aufgrund seines Preises gewinnt.
Der CondenseSpot Plus erreicht 73,6 Punkte und kostet rund 99 Euro. Damit bietet er unter den qualifizierten Geräten das beste Verhältnis aus technischer Leistung und Preis.
Der CondenseSpot Pro erzielt geringfügig mehr Punkte. Sein Mehrpreis lohnt sich vor allem dann, wenn die digitale Verbindung tatsächlich genutzt wird.
Der Bosch AdvancedTemp wird trotz seines niedrigen Preises nicht in die eigentliche Preis-Leistungs-Auszeichnung aufgenommen, weil seine ungerundete Gesamtpunktzahl mit 69,5 knapp unter der festgelegten Schwelle liegt.
Welches Gerät eignet sich für wen?
Für Sachverständige
Das testo 835-H1 und der Bosch GIS 1000 C sind die stärksten Geräte.
Das Testo überzeugt besonders durch die sehr genaue Raumklimasensorik, die Emissionsgradbestimmung und das breite Angebot externer Fühler.
Der Bosch ist besonders geeignet, wenn Messwerte unmittelbar fotografisch dokumentiert, gespeichert und übertragen werden sollen.
Für Bauleiter und baubegleitende Qualitätskontrollen
Der Bosch GIS 1000 C ist die vielseitigste Wahl. Kamera, 50:1-Optik, Speicher, Bluetooth und Typ-K-Anschluss passen gut zum Baustelleneinsatz.
Der CondenseSpot XP ist eine günstigere Alternative, wenn eine 30:1-Optik und ein externer Fühler ausreichen.
Für Energieberater und Wohnungswirtschaft
CondenseSpot XP, Pro und Plus bieten verständliche Wärmebrücken- und Taupunktfunktionen.
Der GANN TF-IR 2 ist besonders interessant, wenn die genaue Raumklimamessung im Vordergrund steht und überwiegend aus kurzer Entfernung gemessen wird.
Für private Nutzer
Der Bosch AdvancedTemp ist besonders einfach zu bedienen.
Der CondenseSpot Plus bietet technisch mehr Einstellmöglichkeiten, verlangt aber ein besseres Verständnis für Emissionsgrad und Messfleckgröße.
Wichtige Hinweise für IR-Messungen im Bauwesen
Das Gerät muss sich akklimatisieren
Wird ein kaltes Messgerät aus dem Fahrzeug in einen warmen Innenraum gebracht, benötigt es Zeit zur Anpassung. Andernfalls können die Sensoren falsche Werte anzeigen oder es kann sich Kondensat bilden.
Testboy nennt nach abrupten Temperaturwechseln eine Stabilisierungszeit von ungefähr 30 Minuten.
Der Emissionsgrad muss zur Oberfläche passen
Matte mineralische Baustoffe wie Putz, Mauerwerk, Beton und Gips besitzen meist einen hohen Emissionsgrad und lassen sich vergleichsweise gut messen.
Blankes Metall, polierte Oberflächen und bestimmte Beschichtungen können erhebliche Fehler verursachen. Bei unbekannten Oberflächen sollte ein geeignetes Emissionsklebeband verwendet oder mit einem Kontaktfühler gegengeprüft werden.
Reflektierte Temperatur beachten
Bei anspruchsvollen Messungen reicht der Emissionsgrad allein nicht immer aus. Auch die von der Umgebung auf die Oberfläche reflektierte Wärmestrahlung kann das Ergebnis beeinflussen.
Der Bosch GIS 1000 C ermöglicht deshalb die Einstellung einer reflektierten Temperatur.
Der Laser ist nicht automatisch der Messfleck
Der Laser dient zunächst der Zielmarkierung. Entscheidend ist die optische Auflösung.
Bei 12:1 beträgt der Messfleck vereinfacht bei 120 Zentimetern Abstand ungefähr 10 Zentimeter. Wird aus zu großer Entfernung gemessen, fließen angrenzende wärmere und kältere Flächen gemeinsam in den Messwert ein.
Außenmessungen erfordern geeignete Bedingungen
Bei Fassadenmessungen wirken:
- direkte Sonneneinstrahlung
- Wind
- Verschattung
- Niederschlag
- reflektierte Wärmestrahlung
- unterschiedliche Oberflächen und Farben
Messungen an einer besonnten und einer verschatteten Fassadenfläche sind daher nicht ohne Weiteres vergleichbar.
Taupunkt ist nicht gleich Schimmelgrenze
Der Taupunkt bezeichnet die Temperatur, bei der Kondensation beginnt. Schimmel kann bei länger anhaltend hoher Oberflächenfeuchte bereits entstehen, bevor sichtbares Tauwasser auftritt.
Eine farbige Warnanzeige ist deshalb nur eine Orientierungshilfe. Sie ersetzt keine fachliche Bewertung der Nutzungsbedingungen, der Dauer der Feuchtebelastung und der baulichen Ursache.
Gesamtfazit
Der Vergleich zeigt, dass sich Taupunktmessgeräte nicht in erster Linie durch ihren maximalen Temperaturbereich unterscheiden. Entscheidend sind vielmehr:
- Genauigkeit bei kalten Oberflächen
- Qualität der Raumklimasensoren
- Messoptik
- Emissionsgradeinstellung
- Möglichkeiten zur Referenzmessung
- Dokumentation und Auswertung
Das testo 835-H1 gewinnt den Vergleich knapp. Es bietet die ausgewogenste Kombination aus IR-Genauigkeit, Raumklimasensorik, Messoptik, externer Fühlertechnik und Herstellerdokumentation.
Der Bosch GIS 1000 C Professional liegt praktisch gleichauf und ist aufgrund seiner Kamera-, Speicher- und Übertragungsfunktionen der Kauftipp für Bauleiter.
Der Laserliner CondenseSpot XP bildet eine überzeugende Mittelklasse zwischen professionellen Systemen und einfachen Taupunktscannern.
Der Laserliner CondenseSpot Plus ist der Preis-Leistungs-Sieger. Für rund 99 Euro bietet er eine gute Genauigkeit, einen vollständig einstellbaren Emissionsgrad und direkt nutzbare Taupunkt- und Wärmebrückenmodi.
Einfache Geräte von Trotec, TFA und Voltcraft können auffällige Bereiche lokalisieren. Ihre Zahlenwerte sollten aufgrund der größeren dokumentierten Toleranzen jedoch vorsichtig interpretiert und nicht ohne weitere Kontrolle für weitreichende fachliche Aussagen verwendet werden.
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