Test der Kaiweets Wärmebildkamera KTI-W01

Das Auspacken ist ein Vergnügen. Alles ist stilvoll in Schwarz gehalten, und der Karton hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Auch die Hülle, in der die Wärmebildkamera verstaut ist, macht einen ausgezeichneten Eindruck. Doch hält die Kamera, was sie verspricht?

Die Kaiweets Wärmebildkamera KTI-W01 mit Verpackung. Das Bild zeigt die Kamera von vorne und von der Seite.
Thomas Möller

Ein Artikel von

Thomas Möller, Dipl.-Ing. (FH)

Bauingenieur

www.sv-tm.de

10|24TestergebnisNote: 2,4 Kaiweets KTI-W01

Pro und Contra

Wärmebilder in ausreichender Größe für den Einsatz in Innenräumen Gute Handhabung Frei einstellbare Emissionswerte

Auflösung für Gebäudeaufnahmen zu gering

Gesamtwertung: gut (2,4) *Preiseinschätzung: sehr gut (1,0) 

Testwertung vom 10|24

Einzelbewertungen öffnen
Auflösung der IR-Kamera(max. 40%)30%
Messgenauigkeit Werksangabe(max. 20%)15%
Thermische Empfindlichkeit(max. 20%)16%
Frei einstellbarer Emissionsgrad(max. 10%)10%
Digitalkamera mit Kombinationsbildern(max. 10%)10%
Erreichte Gesamtprozent(max. 100%)81%

Die Testergebnisse der Kaiweets KTI-W01

Das Auspacken ist ein Vergnügen. Alles ist stilvoll in Schwarz gehalten, und der Karton hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Auch die Hülle, in der die Wärmebildkamera verstaut ist, macht einen ausgezeichneten Eindruck. Doch hält die Kamera, was sie verspricht?

Details zur Kaiweets KTI-W01

Die Wärmebildkamera wird in einer robusten und schicken Kunststofftasche geliefert, in der man sowohl die Kamera als auch das Ladekabel verstauen kann. Die Linse der Kamera ist mit einer Schutzklappe versehen. Die Kamera liegt gut in der Hand.

Die Messgenauigkeit liegt laut Anleitung bei ±2 °C oder ±2 %. Es sind Emissionswerte für 28 Stoffe angegeben. Der Messbereich der Kaiweets KTI-W01 (*) wird laut Anleitung mit -10 bis 550 °C angegeben. Das ist prinzipiell ein guter Wert, den auch professionelle Kameras erreichen. Für Innenräume reicht dies vollkommen aus. Der Temperaturbereich ist jedoch nicht durchgängig; es muss im Menü zwischen zwei Temperaturbereichen gewählt werden. Der niedrige Temperaturbereich im Menü geht von -20 °C bis 120 °C, der hohe von 120 °C bis 550 °C. Wenn man auf der Suche nach Wärmebrücken ist, reicht der niedrige Temperaturbereich völlig aus.

Die Bedienungsanleitung ist auf 26 Seiten in Deutsch verfügbar und im Wesentlichen gut übersetzt, enthält jedoch einige Übersetzungsfehler. Zum Beispiel steht beim Reflexionsgrad „Marmor, Glas und Granatwerfer“, wobei hier nicht ein Granatwerfer, sondern Mörtel gemeint ist. Eine automatische Übersetzung kann also auch Nachteile haben.

Wir haben die Wärmebildkamera mit einem Infrarotthermometer, dem Testboy T.V. 328, verglichen, dass ebenfalls eine gute Genauigkeit aufweist. Die Abweichung zwischen beiden Geräten war minimal und schwankte je nach Bild zwischen 0,5 und 0,1 °C. Damit kann die Wärmebildkamera als sehr genau bezeichnet werden. Letztlich kommt es auch nicht auf 0,5 °C an, sondern darauf, den Temperaturverlauf und die Temperaturunterschiede in einem Bauteil zu erkennen. Wie auf dem nachfolgenden Foto ersichtlich, können Wärmebrücken, wie zum Beispiel geometrische Wärmebrücken in einer Raumecke, damit sehr gut abgebildet werden.

Ein Wärmebild einer geometrischen Wärmebrücke der Wärmebildkamera Kaiweets KTI-W01
Die geometrische Wärmebrücke in der Ecke eines Altbaus, ist deutlich zu erkennen. Die Oberflächentemperatur ist geringer. – Foto: T. Möller

Auf dem nächsten Wärmebild erkennt man in der Mitte der Wand leicht von oben nach unten verlaufende Bereiche mit geringeren Temperaturen. Da es sich um Trockenputz handelt, wurden Gipskartonplatten auf das Mauerwerk geklebt. Die Kamera ist so genau, dass die Klebestellen, die an der Oberfläche logischerweise kälter sind, deutlich sichtbar werden.

Ein Wärmebild einer Wand der Wärmebildkamera Kaiweets KTI-W01
Das Bild zeigt eine Wand mit Trockenputz, also auf das Mauerwerk geklebten Gipskartonplatten. Die Klebestellen sind durch den Wärmeabfluss und die dadurch entstehende geringere Temperatur deutlich erkennbar. – Foto: T. Möller

Man kann zwischen Kombinationsbildern aus der angebotenen Kamera und dem Wärmebild wählen, sodass sich noch mehr Details darstellen lassen. Aber schon allein das Wärmebild hat eine gute Auflösung, sodass alles, was man in einem Raum damit aufnimmt, gut erkennbar ist.

Die Bewertung der Kaiweets KTI-W01

Die Wärmebildkamera von Kaiweets ist eine gute Wahl, die sich perfekt für Innenräume und Privatanwender eignet. Auch Bauschaffende, die Wärmebrücken untersuchen oder Leckageortungen durchführen, sind mit der KTI-W01 gut beraten. Die Auflösung von 256 x 196 Pixeln ist für diesen Preis wirklich überzeugend. Wärmebildkameras mit höheren Auflösungen sind deutlich teurer und eignen sich beispielsweise zur Aufnahme kompletter Häuser und Fassaden. Die thermische Empfindlichkeit und die Messgenauigkeit liegen in einem guten Bereich. Insgesamt ist es eine Kamera, die sich für Privatanwender, Bauleiter oder zur Leckortung bestens eignet – und das zu einem fantastischen Preis von unter 299 €. Die detaillierten prozentualen Bewertungen sind oben im Artikel zu finden.

Thomas Möller


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